Ewald Stefan Pollok – 214 Nachkriegslager, Gefängnisse und Isolationseinrichtungen im Oppelner Schlesien nach 1945.

„Wir müssen die Deutschen hinauswerfen,
da alle Länder auf nationalen,
nicht multinationalen
Grundlagen errichtet sind.“
Wladyslaw Gomulka

 

Schlesien mit Neiße, Oppeln und Umgebung – Landkarte von 1914 (deutsche-schutzgebiete.de)

Ewald Stefan Pollok

214 Nachkriegslager, Gefängnisse und Isolations-einrichtungen im Oppelner Schlesien nach 1945.

Im Oppelner Schlesien existierten in seinen heutigen Grenzen (3,1% der Fläche Polens), während und nach dem Krieg viele Lager, Nebenlager und Gefängnisse für die hiesige Bevölkerung. Davon wurde ein Teil Anfang 1945 eingerichtet, also vor Kriegsende. Der Großteil entstand jedoch nach dem Krieg.

Die Konferenz in Potsdam, wo man den status quo Europas der Nachkriegszeit festlegen sollte, hatte noch nicht begonnen, da wurden die Teilnehmer schon vor vollendete Tatsa-chen gestellt.

Bis Juni 1945 waren 400.000 Personen hinter die Oder-Neiße vertrieben und hunderte von Lagern für deutsche Einwohner errichtet wor-den. Dokumente der polnischen Armee zei-gen, daß man eine Million Bewohner vertrie-ben hat.

Diese Zahl sollte man skeptisch betrachten, denn in keinen anderen Quellen wird eine so hohe Zahl genannt. Vielleicht haben einige Offiziere, um sich bei ihren Vorgesetzten in einem guten Licht darzustellen, höhere Zah-len derer, die verjagt wurden, aufgeschrieben.

Gleichzeitig mit der Vertreibung der Einwoh-ner, noch bevor die Grenzen schematisch festgelegt wurden, baute man ein ganzes Lagersystem auf, in das man Angehörige der seit Jahrhunderten hier lebenden Deutschen einsperrte, um deren Wohnungen, Häuser, Bauernhöfe dem rechtmäßigen Besitzer zu nehmen, und sie den Ankommenden aus Ostpolen (Kresy) zu geben. Dazu kamen auch Menschen aus Zentralpolen, die sich schnell bereichern wollten und den Hiesigen nah-men,  was ihnen gefiel und was sie brauchen konnten.

Als Beispiel kann hier das in Lamsdorf eröff-nete Lager aufgezeigt werden. Bei einer Be-sprechung am 14. Juli 1945 im der Kreisver-waltung von Falkenberg wurde festgestellt:

„Angesichts dessen, daß wir mit der Ansiedlung von ankommenden (Polen aus Ostpolen- Red.) Schwierigkeiten haben, eröffnen wir ein Konzentrations-lager für die deutsche Bevölkerung. (Wörtlich nach den Dokumenten). Das Lager kann die ersten Verhafteten am 25. Juli 1945 aufnehmen.“

Ab diesem Tag räumten Polizei und Soldaten mit Gewalt die Dörfer der Umgebung und brachten die Einwohner unter Eskorte zu Fuß ins Lager Lamsdorf. Gleichzeitig wurden die Wohnungen und Häuser ausgeraubt.

Die meisten dieser Isolierungsstätten richtete man auf irgendeinem Platz ein, der von den Deutschen-Gefangenen mit Stacheldraht um-zäunt wurde. Dies wurde durch eine Reihe von Beispielen bezeugt.

Im kleinen Dorf Plagnitz, heute Chelmno bei Löwenberg (Lwowek Slaski) gab es gegen-über der Kirche einen freien Platz, den man mit Stacheldraht umzäunte. Die Lebensver-hältnisse waren katastrophal. Es gab keine Latrinen. Wasser wurde aus dem nahen See herbeigebracht. Hinter dem Stacheldraht befanden sich vor allem deutsche Frauen mit Kinder.

Die Frauen hatten überhaupt keine Zeit für die Persönliche Hygiene und schon nicht für die der Kinder. Gequält wurden sie von Läusen und Wanzen. Während meiner Arbeit als Totengräber sah ich, wie auf den Leichen Läu-semonster in einer 2 cm dicken Schicht eine auf den anderen saßen. Sie konnten die Leichen bis auf die Knochen reduzieren.

Generell interessierte die Polen das Schicksal der Deutschen nicht. Erst recht nicht, was sich mit den Lagerinsassen tat. Das kam da-her, daß die Existenz der Lager geheim gehalten wurde. Der polnischen Öffentlich-keit wurde klar gemacht, die während des Krieges funktionierenden Lager wurden liquidiert. Noch existierende sind aber für Volksdeutsche, also Vaterlandsverräter vorgesehen.

Die Lager erfüllten unterschiedliche Funktio-nen: so Repressionslager (Lamsdorf, Schwientochlowitz) in denen die Gefangenen gefoltert und gemordet wurden, Straf-, Isolierungs- und Arbeitslager.

Eine präzisere Beschreibung ist umso schwieriger, weil in manchen Lagern diese Funktionen verschwammen. (Vieles hing von dem Lagerkommandanten ab; aber eine große Bedeutung hatten auch die durch den Krieg demoralisierten jungen Menschen, welche den Großteil der Lagerbesatzung stellten).

Unabhängig vom Arbeitszwang wurden in einem großen Teil der Lager Gewalt und Mißhandlungen ausgeübt, es kam sogar zu Morden. Über eine lange Zeit herrschten fatale hygienische Verhältnisse, welche zu Epidemien und die Menschen dezimierendem Typhus führten. Besonders hoch war die Kindersterblichkeit.

Man ließ keine Geistlichen für eine seelsorg-liche Betreuung zu (Madajczyk). Zum Thema der Lager in Lamsdorf und Schwientochlowitz gibt es eine reichhaltige Literatur.

Im Lager Grottkau wurden Fälle von Fleck-typhus notiert. Ein Zeuge (Lehrer), welcher in diesem Lager einsaß, berichtet von 2 – 4 Toten täglich. Die Leichname wurden in Papier oder anderes Material gewickelt und mit einem Wagen auf den katholischen Friedhof gebracht.

Die dort Einsitzenden durften keine Briefe schreiben oder Post erhalten. Auch das Lesen von Büchern war verboten. Ein Teil der La-gerinsassen mußte bei polnischen Bauern arbeiten, die solche Hilfe beantragt hatten. Zusätzlich arbeiteten sie bei der Enttrümme-rung der Stadt, in der Gasanstalt, Wasseran-stalt im Sägewerk und als Hausgesinde bei polnischen Beamtenfamilien.

Im Juli 1945 brachte man in dieses Lager 1250 Personen aus Grottkau und im August aus Petersheide und Gießmansdorf. Im Dezember 1945 befanden sich hier 1155 Personen, davon 367 Kinder. Während der höchsten Intensität saßen hier annähernd 2000 Personen ein.

Die Verpflegung war sehr karg. Kartoffel-suppe und anfangs 250 Gramm Brot. Nach einiger Zeit verringerte man die Brotrationen auf 125 Gramm. Nach Berichten von Überle-benden verstarben alle Kinder im Alter bis 3 Jahre. Im Herbst 1945 starben 2-4 Kinder täglich. Ein Deutscher wurde von Hunden zerfleischt.

In diesem Lager, nach Angaben eines Zeugen, wurden Personen aus 6 Dörfern eingesperrt. Im allgemeinen starben 322 Personen. 52% der Verstorbenen waren über 60 Jahre. Der Anteil der verstorbenen Kinder lag bei 18,4%. Komplette polnische Register, das Lager Grottkau betreffend, sind nicht vorhanden Am 15. Mai 1946 wurden die Insassen nach Deutschland umgesiedelt. (E. Nowak, P. Madajczyk)

Im polnischen Fernsehen TV „Polonia“ las die Nachrichtensprecherin am 29. November 1998 vor:

„Zweijährige Untersuchungen zum Thema Umsiedlungen von Deutschen nach dem 2. Weltkrieg zeigten, daß in den Jahren 1945-1950 aus Mittel-Ost Europa 12 Millionen Deutsche, davon aus Polen 3,5 Millionen umgesiedelt wurden. Man konnte private Gegenstände und Lebensmittel bis zu 20 KG mitnehmen. Es war verboten, neue Sachen mitzunehmen.

Nach den deutschen Quellen waren 1200 Lager für umgesiedelte Deutsche vorhanden, von denen 800 auf ehemaligem deutschen Boden lagen. In den Lagern saßen haupt-sächlich Frauen, Kinder und alte Menschen ein. Man konnte nicht feststellen, wie viele Menschen aus Hunger und Erschöpfung verstarben.“

Für mich ist es unverständlich, woher man die Zahl 3,5 Millionen nahm (Es waren in Wirk-lichkeit 7 Millionen. Das kann man auch in der Monatezeitschrift Slask 6/98 (Schlesien Monatszeitschrift) und anderen Zeitschriften wie auch wissenschaftlichen Abhandlungen nachlesen).

Wenn die polnische Seite sich auf 1.200 Lager, „wie die Deutschen feststellten“, stützt, muß man fragen: Wie kann man die Zahl der Vertriebenen ausrechnen, wenn die polnischen Wissenschaftler nicht wissen, wie viele Lager vorhanden waren, und die meisten Menschen aus diesen Lagern gen Westen gebracht wurden.

Man weiß nicht, wie viele Verhaftete verstar-ben oder umgebracht wurden, denn die Buchführung wurde nicht ordnungsgemäß geführt, z.B. in Lamsdorf oder Potulice bei Bromberg, wo man sie bei höherer Sterblich-keit nicht ins Register aufgenommen hatte, denn die Lagerkommandantur war der Mei-nung

„falls das Internationale Rote Kreuz käme, wäre es leicht festzustellen, daß sehr viele der Eingesperrten im Lager verstarben.“

Ähnlich, wie wir die Zahl der in den Lager isolierten Deutschen nicht feststellen können, so ist es auch schwierig die Sterblichkeits-ziffer zu bestimmen. Die Beweislage über die Lager ist fragmentarisch, wenn nicht sogar nur in Resten vorkommend.

Da, wo es Angaben gibt, sind die Zahlen der Umgekommenen leider nicht komplett, denn die Todesfälle wurden in der Regel nicht no-tiert. Die Verantwortung fällt hier auf die Lagerkommandanten, welche die düsteren Seiten ihrer Tätigkeit, ihres Fortschreitens und der Verhältnisse, die zum Tode der Deutschen führten, nicht publik machen wollten. Ähnlich verhielten sich die Standes-ämter. Auch sie waren gegen die Registrie-rung der Todesfälle in den Lagern.

In den Lagern wurden auch Kinder gefangen gehalten. Beispielweise waren es nach der volkspolnischen Nomenklatur im Arbeitslager (!?) Lissa Kinder im Alter:

– Bis zu 1/2 Jahr 5 Jungen und 7 Mädchen
– bis zu 1 Jahr 2 5
– bis zu 2 Jahren 8 5
– bis zu 4 Jahren 6 7
– bis zu 6 Jahren 32 22
– bis zu 8 Jahren 45 43
– bis zu 10 Jahren 43 38
– bis zu 12 Jahren 38 33
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Gesamt 179 160 = 339 Kinder.

Im Oppelner Schlesien funktionierten Lager in:

Pitschen, b. Kreuzburg
Borkendorf, b. Neiße
Bechan, Kr. Neiße. Im September brachte man in dies Lager Deutsche aus der Gemeinde Naasdorf. Sie arbeiteten in der Landwirtschaft
Birava (Reigesfeld) Kr. Cosel
Bischdorf, Krs. Rosenberg
Blechhamer b.Cosel, Frauenlager.
Blechhamer b. Cosel, Männerlager. Die Insassen arbeiteten für die Russen bei der Demontage von Maschinen, waren aber der polnischen Verwaltung unterstellt. Einer der Gefangenen behauptete, sie wurden von den Russen besser behandelt als von den Polen. Sie wurden mißhandelt. Man prügelte die Eingesperrten bis zum Tode.
Blottnitz (Quellengrund) Krs.Groß Strehlitz. Das Lager war dem Landratsamt unterstellt. Es wurde für die Bewohner der umliegenden Ortschaften eingerichtet. Einwohner von Blottnitz (Quellengrund) wurden hier nicht gefangen gehalten. Im Juni 1945 befanden sich in diesem Lager 344 Deutsche, darunter auch Kinder.
Wäldchen, Kreis Oppeln
Beigwitz b. Neiße
Borkendorf Kr. Neiße. Die Gefangenen arbeiteten in der Landwirtschaft.
Bauerwitz Kr. Leobschütz
Branitz Kr. Leobschütz
Brieg
Brune, Kr. Kreuzburg
Bleischwitz, Kr. Leobschütz
Baucke, Kr. Neiße. Die Insassen arbeiteten bei polnischen Bauern in der Landwirtschaft.
Lärchenhein (Tscheschdorf) Kr. Grottkau. Beim Verhör schlug man auf die Fußsohlen und quetschte die Finger in der Tür.
Haldenau, Kr. Groß Strehlitz
Komeise, Kr. Leobschütz
Schirmke, Kr.Leobschütz.
Dambrau, Kr. Falkenberg. Ein in Verruf geratenes Lager.
Falkenau, Kr. Grottkau.
Groß Döbern, Kr. Oppeln
Dittmerau, Kr. Oppeln
Eilgau, Krs. Leobschütz
Langendorf, Kr. Neiße, jetzt Bodzanow
Langendorf Kr. Neiße. Drei Lager, welche am 29.08.1945 eingerichtet wurden.
Langendorf
Frauenfeld b. Groß Strehlitz
Dochhammer b. Kreuzburg
Dittersdorf b. Neustadt
Heinersdorf, Kr. Neiße. Ein Lager, in welchem sehr schwere Verhältnisse herrschten. Die Insassen erhielten fast keine Verpflegung. Das Essen wurde aus der Umgebung herangetragen.
Vossowska, Kr. Groß Strehlitz
35. Gauwald (Goworowice), Kr. Grottkau
Giersdorf, Kr. Neiße
St. Annaberg, Kr. Groß Strehlitz
Ziegenhals, Kr. Neiße. Die Gefangenen arbeiteten in der Landwirtschaft.
Oberglogau Kr. Neustadt
Glusko, Kr. Leobschütz
Grottkau
Kostenthal, Kr. Cosel.
Leobschütz. Lager „Maria Tren“ im ehemaligen Missionshaus
Leobschütz. Lager „Maschke und Ziegler“, auf dem ehemaligen Fabrikgelände. Im August befanden sich hier etwa 3.000 Personen.
Leobschütz. Lager bei Smykalla
Leobschütz. Lager in den Kellern des Obsthändlers Krause.
Leobschütz. Lager „Tettenborn“, in dem man auch Verdächtige der NSDAP-Zugehörigkeit inhaftierte. Nach Aussagen von Insassen wurden die Gefangenen mißhandelt.
Leobschütz. Sammelpunkt für die Ausweisung hinter die Oder. Im November 1948 befanden sich hier 1.200 Erwachsene und 600 Kinder.
Gostal, Kr. Neiße
Heidau Kr. Neiße
Tannenberg, Kr. Neiße. Hier Eingesperte Arbeiteten in der Landwirtschaft.
Kleindorf, Kr. Neiße
53 Jakobsdorf, b. Kreuzburg
Ober Hermsdorf, Kr. Neiße.
Nieder Hermsdorf, Kr. Neiße. Die hier gefangenen ehemaligen Wehrmachtssoldaten schlug man mit Knüppeln und Stangen.
Auenfelde, Kr. Kreuzburg,
Nasadel, Kr. Namslau.
Endersdorf, Kr. Grottkau.
Groß Stein, jetzt Kr. Krappitz, Früher Kr. Groß Strehlitz.
Steinhaus, Kr. Grottkau. Das Pfarrhaus diente der Miliz als Verhörstelle. Nach Aussage des dortigen Priesters, wurden hier Frauen vergewaltigt. Einige wurden erschossen.
Ketteldorf, Kr. Leobschütz. Hier verstarb eine große Anzahl der Inhaftierten auf Grund der schlechten sanitären Verhältnisse (u.a. an Typhus)
Knispel, Kr. Leobschütz. Hier existierten drei kleine Lager. Es starben etwa 80 Personen. Gefangene arbeiteten auf dem Feldern.
Knispel, Kr. Leobschütz. Die Gefangenen bettelten um Lebensmittel. Die Verpflegung war karg. Es mangelte sogar an Salz.
Knispel, Kr. Leobschütz
Niederkunzendorf, Kr. Kreuzburg.
Oberkunzendorf, Kr. Kreuzburg.
Kaundorf, Kr. Neisse. Im Lager gab es schlechte Verpflegung. Am 8. Dezember 1945 brachte man hierher 288 Personen.
Kobelwitz, Kr. Cosel. Nach Aussage eines Inhaftierten wurden die Insassen brutal behandelt.
Kochelsdorf, Kr. Kreuzburg.
Katscher, Kr. Leobschütz.
Kaindorf, Kr. Neiße. Die hier Eingesperrten haben in der Landwirtschaft gearbeitet.
Kalkau, Kr. Neiße. Die Inhaftierten arbeiteten in der Landwirtschaft.
Grenztal, Kr. Neiße.
Steinhaus Kr. Grottkau
Friedland, Kr. Falkenberg.
Klodebach, Kr. Grottkau.
Kostau, Kr. Kreuzburg.
Schönwald, Kr. Kreuzburg.
Cosel. Das sogenannte „Abesinenlager“.
Cosel. Das Lager Befand sich im Gebäude des Gesundheitsamts.
Cosel. In ehemaligen Wehrmachtbaracken. Straflager.
Cosel. Auf dem Gelände der ehemaligen Sparkasse und einiger anliegender Backen.
Cosel. In sogenannten „Friedenau-Keller“ Die dort verstorbenen und ermordeten, warf man, nach der Zeugenaussage in die Oder.
Cosel. Im Gebäude der „Weinhandlung Markler“.
Klodnitz Kr. Cosel.
Kornitz, Kr. Ratibor.
Kaunsdorf, Kr. Neiße.
Kreuzenort, Kr. Ratibor. Dieser Landkreis (Ratibor) wurde der Kattowitzer Wojewodschaft (jetzt Schlesische) einverleibt.
Ratibor-Hammer, Kr. Ratibor.
Heydebreck, Kr. Cosel.
Schönhorst, Kr. Groß Strehlitz.
Kreuzburg. Im Gebäude der Berufsschule. Die Verpflegung betrug 3×1/2 Liter Suppe täglich und Brot einmal die Woche.
Kreuzburg. In der Nähe des Bahnhofs. Im Lager befanden sich 600-1000 Gefangene. Ein Teil verstarb im Lager oder gleich nach der Entlassung.
Kreuzberg. Das Lager befand sich im Gebäude der ehemaligen Anstalt für Geistesbehinderte, vorgesehen für etwa 300 Personen.
Dürrkunzendorf, Kr. Neisse.
Kiefenwalde, Kr. Rosenberg
Löwen, Kr. Brieg.
Lindenwiese, Kr. Neiße.
Nieder Ellguth, Kr. Groß Strehlitz.
Nieder Elguth, Kr. Groß Strehlitz.
Lamsdorf, Kr. Falkenberg.
Wiesengrund, Kr. Neustadt.
Mühlrain, Kr. Neiße.
Michelsdorf, Kr. Leobschütz.
Mokro Lahn, Kr. Groß Strehlitz.
Mohrau, Kr. Neiße.
Naasdorf, Kr. Neiße
Nadzicz, Kr. Neiße
Walßgrund, Kr. Oppeln
Nassadel Kr. Kreuzburg
Namslau
Falkenberg. Lager im Schloß des Grafen von Praschma. Im Sommer waren dort 500 Inhaftierte. Angesichts der katastrophalen Situation im Lager gab es Todessfälle durch Selbstmord. Man prügelte auch Gefangene zu Tode.
Falkenberg. In dieses Lager brachte man Einwohner aus Kieferkretscham, Stefanshöh und Jatzdorf. Das Lager war für 500 Personen eingerichtet. Nach Angaben der dort Inhaftierten gab es verschiedene Arten von Torturen bis zu Totschlag. Die Gefangenen arbeiteten in der Landwirtschaft bei polnischen Bauern-Repatrianten. Dabei gab es Todesfälle, über deren Zahl es aber keine Angaben gibt. Anfangs wurden die Toten auf dem Lagergelände verscharrt, später auf dem Friedhof, zu welchem die Leichen auf Seitenwagen gekarrt wurden.
Falkenberg. Lager in ehemaligen St. Hedwigskrankenhaus.
Fischbach (Niewodnik), Kr. Oppeln.
Neuwalde, Kr. Neiße.
Klein Neudorf, Kr. Grottkau.
Königlich Neudorf, Kr. Oppeln. Jetzt zu Oppeln einverleibt.
Neiße. Lager beim I Kommissariat der Miliz in der früheren Kochstraße. Die Gefangenen wurden so lange geschlagen, bis sie die Mitgliedschaft zur NSDAP zugaben. Wie Madajczyk schreibt:
„schlug man die Lagerinsassen mit Knüppeln und Fahrradketten, brach Rippen, zerquetschte Finger und trieb unter die Fingernägel Holzkeile. Man mußte zu Appellen, die mit Prügelstrafen wegen kleinster Verschuldungen verbunden waren, und mit Strafübungen.“
Die Autorin einer Aussage soll Zeugin eines geheimen Vorgangs sein, wo Funktionäre der Miliz Leichen am Neisser Friedhof in einem Massengrab verscharrten. Der Autor einer anderen Aussage behauptet, daß im Sommer 1945 die Hälfte von 250 Inhaftierten in folge von Typhus verstarb. Einen anderen Teil überwies man in das Lager „Jaworzno“. Die Lagerinsassen arbeiteten bei der Enttrümmerung der Stadt und bei Instandsetzung von Brücken. Am 19. August 1945 befanden sich im Lager 2160 Erwachsene und 720 Kinder. Auf Grund fataler Lebensbedingungen brachen Flecktyphus, Ruhrepidemien aus, und deshalb war die Todesrate sehr hoch. Die genaue Zahl ist nicht bekannt.
Neiße. Lager wurde im Kloster zum Hl. Kreuz eingerichtet. Es befanden sich durchschnittlich 250-300 Personen darin. Im November 1945 waren dort 500 Gefangene.
Neiße. Lager wurde eingerichtet im Stadtteil Friedrichstadt in einem Fort. Die Gefangenen wurden unter freiem Himmel gehalten. Die Zahl Insassen schwankte zwischen 1-2 Tausend und erreichte maximal 3.000 Personen, darunter viele Kinder. Eine genaue Zahl ist nicht bekannt. Eine Plage waren Ratten, Ungeziefer und aufgrund dessen Typhus und Bauchtyphus. Man arbeitete beim Wiederaufbau von Neiße und Umgebung.
Neiße. Das Lager befand sich auf dem ehemaligen Festungsgelände und zählte 2-3 Tausend Personen. Die Verpflegung war ungenügend. Leute aus der Umgebung brachten Lebensmittel. Es herrschte Typhus. Viele Gefangene starben.
Rosenberg.
Oppeln-Sakrau. Ein Lager für Zivile und Kriegsgefangene, später ein Frauenlager.
Oppeln. In der Kropidlostraße 5 (Jetzt Buchhandelzentrale). Die Bedingungen waren hier schwer. Die Insassen wurden geschlagen. Man begoß sie mit kaltem Wasser, und schlafen mußten sie auf dem Fußboden. Das lager war der Miliz unterstellt.
Oppeln. Lager in den Kasernen an der früheren Königstrasse.
Oppeln-Halbendorf. Von dem 400 Insassen starben binnen 3 Monate 200 Personen. Im Schnitt verscharrte man sie zu siebt auf dem Dorffriedhof.
Schönfeld, Kr. Brieg.
Ottmuth, Kr. Krappitz (früher Kr. Groß Strehlitz). Die Lagerinsassen wurden im Gefängnis der Miliz gehalten. Nach Aussagen Verhörter, wurden sie geknebelt mit Knüppeln und Gewehrkolben geschlagen und mit Fußtritten mißhandelt.
Peterwitz, Kr. Neiße.
Patschkau. Lager des Staatssicherheitsdienstes. Die Insassen arbeiteten in der Landwirtschaft.
Paulsdorf, Kr. Namslau.
Pommersvitz, Kr. Leobschütz. Von August 1945 bis Juli 1946 starben hier 70 Personen infolge schwerer Arbeit und Typhus.
Poßnitz, Kr. Leobschütz.
Waltdorf, Kr. Neiße
Proskau, Kr. Oppeln.
Neustadt, Das Lager befand sich am Sitz der Miliz.
Neustadt. Von hier wurden die Insassen nach Lamsdorf und Swientochlowitz gebracht.
Neustadt. Das Lager war im Gefängnis eingerichtet, gegenüber der ehemaligen Synagoge.
Neustadt. Lager in der Villa Fränkel.
Neustadt. Die Stadt richtete am 8. August 1945 ein Ghetto ein, in dem sich 10.000 Personen befanden.
Ratibor.Das Lager befand sich auf dem Schießstand.
Ratibor. Lager wurde in dem Gefängnis der Miliz eingerichtet.
Ratibor. Lager im Gebäude des Polizeipräsidium.
Rathmannsdorf, Kr. Neiße.
Rakau, Kr. Leobschütz. In dieses Lager brachte man am 2. September 1945 sämtliche Einwohner dieses Dorfes.
Roben, Kr. Leobschütz.
Rosen, Ke. Kreuzburg.
Reinschdorf, Kr. Neiße.
Roschkowitz, Kr. Kreuzburg.
Rogau, Kr. Oppeln, jetzt Kr. Krappitz.
Hennersdorf, Kr. Grottkau.
Grunau (Blumenthal), Kr. Neiße.
Grünheide, Kr. Groß Strehlitz.
Schurgast, Kr. Falkenberg.
Groß Kunzendorf, Kr. Neiße.
Amaliengrund, Kr. Leobschütz.
Schönau, Kr. Leobschütz.
Alt Rosenberg, Kr. Rosenberg.
Stoberau, Kr. Brieg.
Klein Strehlitz, Kr. Neustadt.
Groß Strehlitz.
Groß Strehlitz. Lager bei den Kalkwerken.
Sucholona, Kr. Groß Strehlitz
Ehrenhorst, Kr. Cosel.
Skalung, Kr. Kreuzberg. Hier existierten 6 Lager.
Steinau, Kr. Neiße.
Steubendorf, Kr. Leobschütz.
Trenkau, Kr. Leobschütz.
Teschenau, Kr. Cosel.
Turawa, Kr. Oppeln.
Tillowitz, Kr. Oppeln.
Schulenburg, Kr. Oppeln.
Prockendorf, Kr. Neiße.
Albrechtsdorf, Kr. Rosenberg. Das Lager wurde vom Roseberger Landratsamt und dem Staatssicherheitsdienst im Mai 1945 eingerichtet. Die Verwaltung übernahm der Staatssicherheitsdienst. Im Lager wurden Zivile, Kriegsgefangene und ehemalige Mitglieder der NSDAP gefangen gehalten. Im Sommer 1945 befanden sich hier ungefähr 900 Personen, darunter 200 Kinder. Hunger war an der Tagesordnung. Die Insassen arbeiteten in der Landwirtschaft und in der Flachsfabrik. Das Lager war mit Draht umzäumt und wurde von 7 Posten bewacht, Volksmannsdorf, Kr. Neiße. Hier waren zwei kleine Lager, eins in der katholischen Schule und das zweite im Gasthaus.
Herzogswald, Kr. Grottkau.
Lindau, Kr. Leobschütz.
Woitz, Kr. Grottkau.
Groß Walden, Kr. Groß Strehlitz.
Odertal (Deschowitz), Kr. Groß Strehlitz, jetzt Kr. Krappitz.
Schwandorf, Kr. Neiße.
Zmyslowice, Neiße.
Sauerwitz, Kr. Leobschütz.
Zarki, Kr. Neiße
Bischofstal, Kr. Groß Strehlitz.
Auchwitz, Kr. Leobschütz.
Uschitz, Kr. Rosenberg.
Autischkau, Kr. Cosel.
Oberweiden, Kr. Kreuzberg.
Halbendorf
Halbersdorf b. Oppeln
Gefängnisse in welche man Einheimische brachte:
Leobschütz.
Katscher.
Grottkau.
Kreuzburg.
Cosel, Milizgefängnis<
Heydebreck, hierher brachte man Deutsche, die von der Flucht vor den Russen zurückkehrten.
Neiße
Patschkau
Rosenberg
Oppeln. Gerichtsgefängnis, anfangs von den Russen geführt. Im Dezember 1945 von der polnischen Verwaltung übernommen.
Oppeln. Gefängnis im Landratsgebäude.
Oppeln. Gefängnis des Staatssicherheitsdienstes in der früheren Schillerstraße.
Falkenberg. Lager des Staatssicherheitsdienstes.
Ratibor.
Groß Strehlitz.
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Über einen Teil des Lagers schrieben u.a.: J. Ruszczewski; E. Nowak; B. Kopka; P. Madajczyk; W. Wozniczka; J. Sack; W. Stankowski; W. Kochanowski; W. Borodziej; Z. Kowalski; E.S. Pollok; R.Kaczmarek; B. Linek