Feed für
Beiträge
Kommentare

Erwin Teufel, Baden-Württembergs ehemaliger Ministerpräsident,

Erwin Teufel Juli 2011 (Wikipedia)

scheint nicht zur obersten Führungsetage des geheimen überstaatlichen Establishment zu gehören. Er hatte den Mut, die heutigen „handelnden Staatsmänner“ anzuklagen.

Die FAZ vom 31.7.11 berichtet von ihrem Gespräch mit ihm, in dem er sehr kritisch zu den Euro-Plänen der Staats-und Regierungschefs der EU-Staaten Stellung genommen habe. Teufel:

Das Vertrauen in die handelnden Staatsmänner in Europa ist verlorengegangen. Wenn Staats-und Regierungschefs in einer Nacht wesentliche Stabilitätskriterien wegputzen, die in Verträgen festgehalten, also geltendes Recht sind, geht Vertrauen verloren. Vom Bürger erwartet man, daß er sich an Normen, an Recht und Gesetz hält […] – und Staats-und Regierungschefs tun es nicht.

Die Heutigen treiben’s also schlimmer als die Nationalsozialisten.

Denn, so Stefan Homburg im Blog Zeit-Fragen:

Während die Nationalsozialisten immerhin noch das Gesetz änderten, als sie die Unabhängigkeit der Notenbank beseitigten, beobachten wir derzeit Tag für Tag unglaubliche Rechtsbrüche:

  • Die Europäische Notenbank kauft Staatsanleihen, obwohl der Lissabonner Vertrag ihr das verbietet;
  • die Mitgliedstaaten ignorieren vertragliche Schuldengrenzen,
  • und zusammen mit den Mitgliedstaaten verstößt die Kommission gegen das ausdrückliche Verbot, insolventen Staaten beizustehen.

Doch hinter dieser Tollheit scheint Methode zu stecken (um mit Shakespeares Hamlet zu sprechen). Im selben Blog Zeit-Fragen faßt Prof. Dr. Eberhard Hamer als Ergebnis von dem zusammen, was er dem „atemberaubenden“ Buch John Perkins entnommen hat, das laut Wikipedia jahrelang auf der Bestseller-Liste der USA an erster Stelle gestanden hat:

“Die US-Hochfinanz treibt die Welt systematisch in die Zinsknechtschaft”

John Perkins ist ein mutiger Mann. Er lebt noch – wenn auch unter neuer Identität.

Er war jahrelang einer der Spitzenagenten der US-Hochfinanz und hat die von ihm und seinen «Economic Hit Men (EHM)»-Kollegen inszenierten kriminellen Machenschaften beschrieben.

Sein atemberaubendes Buch «Bekenntnisse eines Economic Hit Man» (München 2007, ISBN 978-3-442-15424-1) zeigt die Machenschaften der US-Hochfinanz und der von ihr abhängigen US-Administration, welches auch für die heutige Finanzkrise Antworten gibt:

«Economic Hit Men (EHM) sind hochbezahlte Experten, die Länder auf der ganzen Welt um Millionen Dollar betrügen. Sie schleusen Geld von der Weltbank, der US Agency for International Development (USAID) und anderen ausländischen ‹Hilfsorganisationen› auf die Konten grosser Konzerne und in die Taschen weniger reicher Familien, die die natürlichen Rohstoffe unseres Planeten kontrollieren.

Die Mittel der EHM sind betrügerische Finanzanalysen, Wahlmanipulationen, Bestechung, Erpressung, Sex und Mord. Ihr Spiel ist so alt wie die Macht. Doch heute im Zeitalter der Globalisierung hat es neue und erschreckende Dimensionen angenommen.» (S. 9)

Wichtigste Mittel der Methode sind:

  • das Zinssystem
  • die US-Zentralbank FED in Privathand (!) als Gelddruckmaschine
  • Skrupellosigkeit der Akteure

Prof. Hamer zitiert Perkins, der als Insider

die Economic Hit Men (EHM) als international agierende US-Mafia

beschreibt:

«Das ist die eigentliche Kompetenz der EHM: Wir bauen ein Weltreich auf.

Wir sind eine Elite aus Frauen und Männern, die internationale Finanzorganisationen dazu benutzen, jene Bedingungen zu schaffen, mit denen andere Länder der Korporatokratie unterworfen werden sollen.

Und diese Korporatokratie beherrscht unsere größten Konzerne, unsere Regierung und unsere Banken.

Wie unsere Pendants in der Mafia bieten wir, EHM, einen Dienst oder eine Gefälligkeit an. Das kann z.B. ein Kredit zur Entwicklung der Infrastruktur sein, Stromkraftwerke, Schnellstrassen, Häfen, Flughäfen oder Gewerbeparks. An den Kredit ist die Bedingung geknüpft, daß Ingenieurfirmen und Bauunternehmer aus unserem Land all diese Projekte bauen.

Im Prinzip verläßt ein Großteil des Geldes nie die USA. Es wird einfach von Banken in Washington an die Ingenieurbüros in New York, Houston oder San Francisco überwiesen.

Obwohl das Geld fast umgehend an Unternehmen zurückfließt, die zur Korporatokratie (dem Geldgeber) gehören, muß das Empfängerland alles zurückzahlen, die Schuldsumme plus Zinsen.

Wenn ein EHM richtig erfolgreich ist, dann sind die Kredite so hoch, daß der Schuldner nach einigen Jahren seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Dann verlangen wir wie die Mafia unseren Anteil.

Dazu gehört vor allem:

  • Die Kontrolle über Stimmen in der Uno,
  • die Errichtung von Militärstützpunkten
  • oder der Zugang zu wichtigen Ressourcen wie Öl
  • oder die Kontrolle über den Panama-Kanal.

Natürlich erlassen wir dem Schuldner dafür nicht die Schulden – und haben uns so wieder ein Land dauerhaft unterworfen.» (S. 22/23)

Geld zum Verleihen steht den EHM unbegrenzt zur Verfügung: Die FED druckt es einfach.

Das „Eccles Building“, Hauptsitz des Federal Reserve in Washington, D.C. (Wikipedia)

So hat sich die Geldmenge der USA in den letzten 35 Jahren vervierzigfacht, obwohl die Gütermenge sich nur vervierfacht habe, berichtet Hamer. Skrupellos und zielgerichtet drängt diese „Mafia“ ihr Geld auf:

Perkins beschreibt, wie mit gefälschten Gutachten übermäßige Kredite in die Länder (und wieder zurück in die USA) gedrückt werden, wie mit Bestechungen oder Drohungen die Regierungen kreditgeneigt gemacht werden. Wer gar zu widerspenstig ist, erleidet Unfälle wie die Präsidenten Torrijos (Panama), Roldos (Ecuador), Allende (Chile) u.a.,

berichtet Hamer.

Und so geschah und geschieht es mit Europa. Hier wird nicht zugelassen, daß ein Land wie Griechenland Konkurs anmeldet, um dann finanzwirtschaftlich saniert neu anfangen zu können, hier

haben die internationalen Banken «alternativlos» von den übrigen Euro-Ländern einen «Rettungsschirm» angeblich für Griechenland, in Wirklichkeit aber für die Bankenschulden verlangt und bekommen, so daß die internationalen Banken nicht nur Griechenland allein als Schuldner hatten, sondern die Einzelschulden zu Gesamtschulden aller europäischen Länder wurden und die EU im ESM (Europäischen Stabilitätsmechanismus) zur Transferunion.

Horrende Zinseinnahmen sind den Banken auf diese Weise solange sicher, wie die Steuerzahler bereit bleiben, ihr Geld unermüdlich diesem Moloch in den Rachen zu schmeißen anstatt es für den Wohlstand und die Kultur ihrer Kommunen auszugeben. Damit verlieren sie immer mehr an finanziellem Spielraum und verarmen. Die Reichen dagegen werden immer reicher.

Ihrer Absicherung gilt der Beschluß, daß die Banken zur Finanzierung des „Rettungsschirmes“ nicht herangezogen werden. So wird auch unser wirtschaftlich vergleichsweise – noch – einigermaßen tüchtiges Deutschland ausgeplündert, verschuldet und in die Zinsknechtschaft geführt.

Doch, wie Hamer berichtet, ginge es auch anders:

Würden allerdings die Schuldnerländer, wie vor Jahren Argentinien, abwerten und die Zinszahlungen einstellen, hätte die Hochfinanz größte Probleme … Argentinien hat sich durchgesetzt und sich sogar saniert.

Die Hochfinanz muß also alles daran setzen, daß sich solche Beispiele … nicht wiederholen, damit ihr die Steine nicht aus der Mauer brechen. Aber sie hat ja willige Helfer im Brüsseler Politbüro, bei der EZB, im IWF u.a., die gerade mit dem ESM daran arbeiten, die Verschuldung zumindest noch längerfristig zu erhalten.

Die Bäume wachsen nicht in den Himmel.

Heute sieht wohl bald jeder mit bloßen Augen, was sich da abspielt. Die Sichtbarlichkeit ist der Schwachpunkt der Clique der weltmachtgierigen Geldhaie. Sie können nicht alle Menschen für dumm verkaufen. Da würden sie sich in den eigenen Finger schneiden.

Wichtig wäre jetzt zu erkennen, daß der sogenannte „Kampf gegen Rechts“ ein Teil der Methode ist: Die Globalisierung erlaubt schrankenloses Agieren weitgehend in der Anonymität. Überschaubare gewachsene Gemeinschaften, die ihre Verhältnisse in Eigenregie regeln, stehen den Globalisten im Wege.

Der Massenmörder von Oslo und Utøya hat ihnen – bewußt oder unbewußt – grandios zugearbeitet. Sein Name erscheint in der Presse nie ohne den Zusatz: „rechtsextrem“.

Doch nur gewachsene Gemeinschaften werden überleben. Der Mensch verträgt die Vereinzelung in der Anonymität nicht. Er braucht die Gemeinschaft mit Gleichen. Das Gemeinschaftsgefühl wächst in der Not. Solange es Menschen gibt, werden sich Gemeinschaften erhalten oder neu bilden.

Wie man bereits bei Immanuel Kant im “Ewigen Frieden” nachlesen kann, steht der globale Weltstaat-Wahn auf tönernen Füßen.

Josephine, Beethovens einzige Geliebte

Nun ist es im Buchhandel erhältlich, das angekündigte Buch von

John E. Klapproth, Beethoven’s Only Beloved: Josephine!

Klapproth hat zu diesem Buch wohl die gesamte musikwissenschaftliche Literatur zum Thema Ludwig van Beethoven/Josephine Brunswick durchgesehen. So treffen wir in seinen Zitaten zwar Altbekanntes, aber auch wichtiges Neues an.

Seine Kapitel überschreibt der Autor sehr sinnreich mit Begriffen aus der Musik. Jedes Jahr der Beziehung zwischen den beiden Liebenden wird in einem eigenen Unterabschnitt abgehandelt. Eine übersichtliche, leicht nachzuschlagende Lebensbeschreibung ist somit dem Leser an die Hand gegeben:

Introduction

Praeludium

Overture

1799: First Meeting
1800: Joseph and Josephine
1801: Temptation
1802: Depression
1803: To Prague

Largo sostenuto

1804: Widow
1805: Hope
1806: Jealousy
1807: Forced Withdrawal

Inter Lacrimas et Luctum

1808: A Journey
1809: Home again – with Baggage
1810: State of Ferment
1811: Family Life

1812: Intermezzo

January to June: Dissolution
The Month of July: Encounter
August to December: Aftermath

Adagio molto et Cantabile

1813: Minona
1814: A Kidnapping
1815: Tohuwabohu
1816: The Last Yearning
1817: Resignation

Finale

1818: The Last Letter
1819: Final Visit
1820: Final Illness
1821: Death and Oblivion

Das verlockt, das Buch zu lesen, auch wenn es

in englischer Sprache

erscheint – ungewöhnlich für eine Biographie, die ein Deutscher über einen der bedeutensten deutschen Kulturschöpfer und seine deutschsprachige Geliebte schreibt.

John E. Klapproth ist gebürtiger Deutscher, hat in Deutschland Abitur gemacht und studiert, lebt jedoch heute in Neuseeland.

Glücklicherweise bringt Klapproth wenigstens die deutschen Zitate in der Originalsprache. Denn schon die von Beethoven für seine geliebte Josephine gewählten Liebesbezeichnungen hören sich in der englischen Übersetzung befremdlich nüchtern, alltäglich-flach an wie z. B.:

  • mein Alles – my everything
  • Sie, sie mein Alles, meine Glückseeligkeit – you, you my everything, my happiness
  • nicht der Hang zum andern Geschlechte zieht mich zu ihnen – it is not the drive to the opposite sex …

Unerträglich, Beethovens gemütstiefe Sprache in diesem englischen Allerwelts-Flitterkleid wiederzufinden! Daran ist Klapproth natürlich unschuldig. Die seelentiefen deutschen Begriffe finden im Englischen keine Entsprechung.

Klapproths ansonsten inhaltlich so wertvollem Buch ist zu wünschen, daß  es rasch weite Verbreitung findet, so daß es dem Autor möglich wird, das Buch erneut, diesmal auf deutsch, herauszubringen.

Adelinde hat bereits ein verwandtes Buch besprochen:

Beethoven und seine Unsterbliche Geliebte Josephine Brunswick

(siehe dort), das herausragende Buch von Marie Elisabeth Tellenbach, auf das sich Klapproth dankenswerterweise vornehmlich bezieht.

Tellenbachs Buch kam 1983 heraus, also vor Öffnung des „Eisernen Vorhangs“, der Europa teilte. Daher waren ihr wichtige Dokumente aus Ungarn, der Slowakei und Tschechien zur Untermauerung ihrer Forschungsergebnisse noch verschlossen.

Solche Dokumente – und Klapproth bezieht sich auch auf sie – hat eine weitere Musikwissenschaftlerin gefunden und erstmals 2002 veröffentlicht in der Österreichischen Musikzeitschrift 57/6:

Rita Steblin,

Josephine Gräfin Brunswick-Deyms Geheimnis enthüllt: Neue Ergebnisse zu ihrer Beziehung zu Beethoven.

Steblin „watete“ – bevor sie mit ihren Erkenntnissen vor die Öffentlichkeit trat – , wie Klapproth schreibt,

tireless … through literally mountains of letters, diaries and documents in Czech, Slovakian and Hungarian archives. She was not only able to correct many wrong dates and details that kept (and keep) permeating the literature (and, sadly, the Internet) … She also found more evidence (like the Deym’s love letters or Fritz Deym’s diary) which confirmed what should have been more than clear and evident all along:

(„… Josephine was Beethovens’s one and only ,Immortal Beloved‘”).

deutsch:

unermüdlich … durch wahre Berge von Briefen,  Tagebüchern und Dokumenten in tschechischen, slowakischen und ungarischen Archiven. Sie konnte nicht nur viele falsche Daten und Einzelheiten berichtigen, die die Literatur durchzogen (und durchziehen) (und leider das Weltnetz) … Sie fand weitere Beweisstücke (wie Liebesbriefe der Deyms oder Fritz Deyms Tagebuch), die bestätigen, was schon längst mehr als klar und bewiesen sein sollte:

(„… Josephine war Beethovens eine und einzige ,Unsterbliche Geliebte‘”).

Klapproth kennzeichnet die MusikwissenschaftlerInnen, die zu diesem Ergebnis gekommen waren bzw. Josephine vor anderen möglichen Frauengestalten favorisierten oder die zu dem Forschungsergebnis weitere Einzelheiten beitragen, u. a. im Literaturverzeichnis seines Buches mit Zitaten aus deren Arbeiten:

  • Marie Elisabeth Tellenbach (1983), s. o.
  • Jean & Brigitte Massin (1970), Recherce de Beethoven, Paris
  • Harry Goldschmidt (1977), Um die Unsterbliche Geliebte. Ein Beethoven-Buch, Leipzig
  • Virginia Beahrs (1986), The Immortal Beloved Revisited, The Beethoven Newsletter 1/2
  • Wolfhart von Stackelberg (2001), Ohne Beethoven klänge Estnisch anders, Nachrichtenblatt der Baltischen Ritterschaften 169/1
  • La Mara (1920), Beethoven und die Brunsviks. Nach Familienpapieren aus Therese Brunsviks Nachlaß, Leipzig
  • Romain Rolland (1928), Beethoven. Les grandes époques créatrices. I. De l’Héroïque à l’Appassionata, Transl. Ernest Newman. New York

Jetzt gibt es keine Zweifel mehr daran, und Rita Steblin faßt die Erkenntnisse in den Bonner Beethoven-Studien 6, 2007 pp. 147-180 in dem schlichten Satz zusammen:

The „Immortal Beloved“ was Josephine and no one else.

In Klapproths Buch liegt – wie der Titel schon sagt – die Betonung auf Josephine

Was uns Heutigen so unfaßlich erscheint, ist die Tatsache, daß Josephine trotz ihrer tiefen Liebe zu Beethoven sich von ihm abwandte. Ebenso unfaßlich erscheint es, daß eine so edle Frau trotz ihrer Liebe zu Beethoven sich nicht mit ihm, sondern mit anderen Männern verband. Sie stürzte dadurch nicht nur Beethoven ins seelische Elend, sondern vor allem auch sich selbst.

Klapproth gelingt es, die Gründe verständlich zu machen.

Da ist zum einen das harte Bedrängen durch die im Standesdünkel tief verwurzelte Adelsfamilie Brunswick:

  • Die jüngste Schwester, Charlotte Brunswick, schreibt schon 1804 an ihre Schwester Therese :

Beethoven vient très souvent, il dône des leçons à Pepi – c’est un peu dangereux, je t’avoue.

Beethoven kommt sehr häufig, er unterrichtet Pepi. Das ist etwas gefährlich, gestehe ich dir. (von La Mara übersetzt)

  • An ihren Bruder Franz schreibt Charlotte im Dezember 1804:

Beethoven ist fast täglich bei uns, gibt Pipschen Unterricht – vous m’entendez mon cœur! (Du verstehst mich, mein Herz!)

  • Das könnte sich “neckisch” anhören, ist aber erster, an die Familie gerichteter Alarm. Denn prompt kommt im Januar 1805 die Antwort von Therese, die später – zu spät – sehr wohl begriff, was der Standesdünkel angerichtet hatte:

Aber sage mir, Beethoven und Pepi, was soll daraus werden? Sie soll auf ihrer Hut sein! … Ihr Herz muß die Kraft haben nein zu sagen, eine traurige Pflicht.

  • Im Oktober 1805 kommt es unzweideutig von Charlotte an Josephine:

… la seul chose pour la quelle je te conjure, c’ést d’être sur tes gardes avec B: fait toi la loi de ne jamais la voir seul; meilleur il servit encore de ne jamais le voir dans ta maison; que Dieu te donne la force d’exécuter ce que je te conseille! qu’il te redonne a ta Familie, a tes enfants: qu’il redonne a ton cœur la paix, et le bonheur.

deutsch: … der einzige Rat, den ich Dir geben kann, ist, auf der Hut zu sein mit B: mache Dir zum Gesetz, ihn nie allein zu sehen; am besten ist es, Du siehst ihn in Deinem Hause gar nicht mehr; Gott gebe Dir die Kraft, meinem Rat zu folgen! Daß ER Dich Deiner Familie zurückgibt, Deinen Kindern: ER gebe Deinem Herzen Frieden und Glückseligkeit zurück.

  • 1806 wiederholt Charlotte ihre Anweisung gegenüber Josephine:

Ne sois jamais seule avec lui! (Sei niemals allein mit ihm!)

  • Anfang 1807 ist Josephine dann soweit. Sie schreibt Beethoven:

… Noch ehe ich Sie kante machte ihre Musick mich für Sie enthousiastisch – Die Güte ihres Characters, ihre Zuneigung vermehrte es – dieser Vorzug den Sie mir gewährten, das Vergnügen Ihres Umgangs, hätte der schönste Schmuck meines Lebens seyn können … Ich müßte heilige Bande verletzen, gäbe ich Ihrem Verlangen Gehör – Glauben Sie – daß ich, durch Erfüllung meiner Pflichten, am meisten leide – und daß gewiß, edle Beweggründe meine Handlungen leiteten.

Josephine Brunswick ? (1814) Dies Bild fand man als Nachlaß bei den Briefen an seine "Unsterbliche Geliebte" in Beethovens Schreibtisch

Es ist so unendlich traurig mitanzusehen, wie hier gesellschaftlicher Zwang im Kampf wider die Natur, wider die schönsten Gefühle des Menschen die Oberhand gewinnen und zwei Menschenleben verelenden. Dieser Zwang muß von eiserner Gewalt gewesen sein, so wie wir Heutigen es uns fast nicht mehr vorstellen können.

Beethoven, die große, gemütstiefe Seele, blieb Josephine trotz allem in Freundschaft und tiefer Liebe verbunden. Noch zehn Jahre später vermerkt Fanny Giannatasio in ihrem Tagebuch ein Bekenntnis Beethovens, das sie mitgehört hat:

Dennoch ist es jetzt wie am ersten Tag. Ich hab’s noch nicht aus dem Gemüth bringen können.

Und das, obwohl ihm durch Josephines Gattenwahlen -

drei Männern hat sie sich anvertraut!

- Unerträgliches zugemutet wurde.

Der erste war Joseph Graf Deym von Střítež (1752-1804)

Joseph Graf Deym von Střítež

gewesen. Im Mai 1799, Beethoven hatte die beiden Schwestern Therese und Josephine Brunswick gerade kennengelernt, Josephine war 20 Jahre alt, bestürmte sie Deym, seine Frau zu werden.

Und wieder war es die Familie, hier die Mutter, die Josephine bedrängte nachzugeben. Beethoven bezwang sein Herz. Er blieb seinem Vorsatz treu, sich von verheirateten Frauen innerlich fernzuhalten, um deren bestehende Ehe nicht zu gefährden. So schrieb er Josephine später:

Als ich zu ihnen kam – war ich in der festen Entschlossenheit, auch nicht einen Funken Liebe in mir keimen zu lassen.

Der zweite war der estnische Baron Adam Christoph von Stackelberg

Baron Adam Christoph von Stackelberg (Wikimedia)

Deym starb 1804. Nun entflammte die Liebe zwischen Ludwig und Josephine. Josephine hatte 4 Kinder mit Deym. 1807 durfte Beethoven Josephines Haus nicht mehr betreten, und 1810 heiratete seine “Unsterbliche Geliebte” um ihrer Kinder willen den estnischen Baron von Stackelberg, einen Pestalozzi-Schüler, ihr von dem verehrten Pestalozzi in der Schweiz als Erzieher ihrer Kinder empfohlen.

Stackelberg wollte sein Amt jedoch nur als Ehemann Josephines antreten. Noch vor ihrer Rückkehr aus der Schweiz muß Josephine ihm nachgegeben haben, denn sie kam schwanger aus der Schweiz zurück. Jetzt „mußte“ die Ehe geschlossen werden. Was der abgeschobene Beethoven durchmachte, sagt seine Musik aus der Zeit. Josephine aber geriet in ihrer neuen Ehe mit dem unseligen Stackelberg in seelisches und materielles Chaos.

Die Ehe war von Anfang an unglücklich. Der großsprecherische, pedantische, erpresserische, bigotte Stackelberg entpuppte sich als  zur Erziehung der Kinder völlig ungeeignet, legte Josephines Denken und Handeln nach seinen Maßstäben aus, brachte ihr Vermögen an sich und machte sich aus dem Staube, nachdem dieser elenden Ehe 2 Töchter entsprungen waren. >mehr.

Jetzt hatte Josephine 6 Kinder.

Klapproth widmet sich nun der Lücke in der Beweiskette, die „Einzige Geliebte“ betreffend, die jetzt gefüllt werden konnte. Es fehlte bis jetzt

ein Dokument für Josephines Prager Aufenthalt (Schmidt-Görg 1957),

das zugleich beweisen würde, daß Beethovens Briefe an die „Unsterbliche Geliebte“ im Juli 1812 an Josephine gerichtet waren.

Trafen sich die beiden Liebenden wirklich im Juli 1812 in Prag?

Rita Steblin hat das Dokument 2007 beigebracht (Bonner Beethoven-Studien 6). Es ist Josephines Tagebucheintragung vom Juni 1812:

St. … ist gefühllos für bittende in der Noth. … Ich will Liebert in Prague sprechen. ich will die Kinder nie von mir lassen. … Ich habe Stackb zu liebe (mich) physisch zugrunde gerichtet …

Klapproth bezeichnet den Fund Steblins zu Recht als

absolutely sensational.

Deutlich stellt er heraus: „ein Dokument für Josephines Prager Aufenthalt“,

Well, here it is, and together with the near certainty that she traveled incognito, what more do we need? (She also mentions Stackelberg having left or about to leave her.)

deutsch: Nun, hier ist es, und zusammen mit der an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit, daß sie incognito reiste, was brauchen wir mehr? (Sie erwähnt auch, daß Stackelberg sie verlassen hatte oder dabei war, sie zu verlassen.)

Es fallen also 3 Tatbestände zusammen:

  1. das Geheimhalten der Beziehung zu Beethoven
  2. das Ehezerwürfnis mit Stackelberg
  3. dessen Absicht, die er wahrmachte, Josephine zu verlassen

Klapproth fügt einfühlsam hinzu:

The situation was by now such a difficult one for Josephine, that she not only required help to sort out the financial mess created by her incompetent husband, she was also so distrauht that she desperately needes someone to talk to, to be comforted by a friend. There were certainly several acquaintances and relatives in Prague (or nearby) whom she could have decided to visit – incognito.

deutsch: Die Situation war inzwischen dermaßen schwierig für Josephine, daß sie nicht nur Hilfe brauchte, ihre verfahrene finanzielle Lage zu ordnen, die ihr unfähiger Ehemann herbeigeführt hatte, sie war auch so verzweifelt, daß sie dringend jemanden zum Reden brauchte, einen Freund, der sie tröstete. Es gab sicherlich einige Bekannte und Verwandte in Prag (und Umgebung), die zu besuchen sie sich entschlossen haben könnte – incognito.

Klapproth führt nun all die Indizien an, die wir bei Marie Elisabeth Tellenbach schon gelesen haben. Alles paßt zusammen:

  • Stackelberg hatte Josephine verlassen.
  • Josephine sah sich als nicht mehr mit ihm vermählt an.
  • Sie und Beethoven trafen unvermutet in Prag zusammen.
  • Beethovens Briefe an die “Unsterbliche Geliebte” waren an Josephine Brunswick gerichtet.
  • Nach 9 Monaten wird ihre gemeinsame Tochter Minona geboren, Josephines 7. Kind.

Doch dieses Zeugnis wahrer tiefer Liebe und Begeisterung füreinander „mußte“ versteckt werden. Josephine vertraute es bereits während der Schwangerschaft ihrer Schwester Therese an, die das „Engelchen“ wie eine Mutter umsorgte. >mehr

Beethoven war nun Vater, aber konnte seine Vaterschaft nicht leben. Verzicht, Verzicht, Verzicht – das war die Grundforderung, die das Schicksal an ihn stellte. Klapproth:

He was a father, but could not claim fatherhood! He could have a family and „domesticity“ – but the „dreadful conditions“ prevented it.

Beethoven schreibt einen Spruch in sein Tagebuch:

Leben gleicht der Töne Beben
Und der Mensch dem Saitenspiel
Wenn es hart zu Boden fiel
Ist der rechte Klang verschwunden
Und es kann nicht mehr gesunden.

Klapproth faßt zusammen (S. 123):

Something must have been shattered in his life, which was never to be recovered: His beloved gone, his child gone, his deafness was increasing alarmingly, and likewise his isolation was growing.

deutsch: Irgendetwas mußte zerbrochen sein in seinem Leben, was nicht wiederherzustellen war: Seine Geliebte weg, sein Kind weg, seine Taubheit nahm besorgniserregend zu, und so wuchs seine Vereinsamung.

As if this was not yet enough, another disaster occurred with the effect of reducing his income: Prince Lobkowitz, one of his major patrons, went bankrupt and had to leave Vienna in disgrace.

deutsch: Als wäre das alles nicht schon genug, brach eine weitere Katastrophe herein mit dem Ergebnis, daß sein Einkommen sich verringerte: Prince Lobkowitz, einer seiner Mäzene, ging bankrott und mußte Wien in Schanden verlassen.

1814 läßt Stackelberg mit Hilfe der Polizei seine beiden Töchter mitsamt Minona ihrer Mutter Josephine entreißen und entführen. Josephine ist am Ende ihrer Kräfte.

Man kann sie nicht verlassen. Sie ist nervenkrank, immer einer inneren Marter ausgesetzt. (Thereses Tagebuch 1814-1815)

Doch nun schockt uns ein neuestes Forschungsergebnis: Josephine wird ein achtes Mal schwanger, wieder von einem andern Mann, dem dritten neben Beethoven!

Der dritte war Edouard Carl Freiherr von Andrian-Werburg,

der gewisse Parallelen zu Stackelberg aufwies: Er war Lehrer der Kinder Josephines, bestach zuerst durch seine Liebenswürdigkeit und pädgogische Gelehrsamkeit, wurde ins Haus gelassen und entpuppte sich als Scharlatan. Therese notiert in ihrem Tagebuch:

Die Menschen die Kreaturen sind sich alle gleich … die Menschen voll Fehler persönlichkeit Dünkel u. Eigennutz. … a(ndrian) hat mißtrauen u. Eifersucht wie C(hristoph v. Stackelberg) einer wie der andre. … Voll eigennütziger Absicht handeln Kreaturen. – Zu trauen zu glauben ist keiner! Thor der glaubt u. traut. (Juli 1815)

Das abermalige höchst traurige Beispiel meiner unglücklichen Schwester lehrt mich daß man mit allen fremden Personen auf dem Freundschaftsfuß bleiben muß. leute ins Haus nehmen u. zu vertraulichkeit brauchen ist höchst gefährlich u. dumm. (Juli/August 1815)

Tellenbach hatte schon ausführlich über die Briefe und Tagebucheintragungen, Andrian betreffend, berichtet und auch eine Briefstelle angeführt, wo er eine gewisse Emilie erwähnt, hinter deren Namen jedoch in Klammern gesetzt „Schwester ?“.

Emilie war nicht Andrians Schwester, sie war seine und Josephines Tochter. Josephine hatte sie am 16. September 1815 unter dem Decknamen „Gräfin von Mayersfeld“ in einer Berghütte geboren. In Thereses Tagebuch findet sich die Aufzeichnung:

Geburt Emiliens 4 uhr 1/4 auf 4. Morgens. Empfindungen Gedanken, Ohdieu! Rein bleibe sie! wahr u seelig! darum ließest du Geschöpfe werden, Großes mächtiges Wesen!

Die zum Seelenverständnis unfähige Mutter der Brunswicks entzieht zur selben Zeit ihrer Tochter Josephine die finanzielle Unterstützung. Therese vermerkt erbittert:

Wie diese Mutter, stets kleinlich und beschränkt, oft bizarr, gemein mit ihren Urtheilen, Reden, Ansichten mir die Phantasie verdirbt, verwundet, die Gedanken zerreißt!

Etwas später:

Mutter untersteht sich, uns leichtsinnig zu nennen, wir, die wir unser Leben den solidesten Bestrebungen weihen mit grenzenloser Aufopferung! Leichtsinnig sind wir nicht – leichtsinnig ist sie, die ihr edles Kind weggab an einen Greisen ohne Vermögen … Enterbt hat sie uns. … Der Kleinlichkeitsgeist hat unsre Familie so extravagant unglücklich gemacht; darum ist er mir verhaßt.

1816 schreibt Therese in ihr Tagebuch:

Arme Jo! Wie bedaure ich dich wie muß es in deiner zerrütteten Seele aussehen was mußt du leiden! Zürnen kann dir wahrlich niemand.

Sie war das Opfer ihres Standes, des „Kleinlichkeitsgeistes” der eigenen Familie. Und Beethoven wurde mit ins Unglück gezogen.

Klapproth setzt sich in einem besonderen Kapitel des Buches mit dem amerikanischen, besonders in Deutschland einflußreichen Schriftsteller

„Maynard Solomon und seiner Weisheit“

auseinander. Solomon ist ein Meister des Mißverstehens einer großen Seele wie der Beethovens. Das deutsche

Beethoven-establishment (Klapproth)

propagiert Solomons Thesen, so auch Sieghard Brandenburg, 1984 bis 2003 Direktor des Beethoven-Archivs in Bonn, der 1996 Beethovens Briefwechsel herausgab. Klapproth stellt fest:

However, this German edition of all the German correspondence by the most German of all composers has to say about the so-called „Letter to the Immortal Beloved“ (deutsch: Jedoch diese deutsche Ausgabe des gesamten deutschen Briefwechsels des deutschesten aller Komponisten mußte über den sog. „Brief an die Unsterbliche Geliebte“ sagen):

… Zum Problem der Identifizierung der „Unsterblichen Geliebten“ zusammenfassend Maynard Solomon, Antonie Brentano and Beethoven, sowie Recherche de Josephine Deym …“ (!!!)

Klapproth klagt an,

that the (mostly) German readers of these „Letters“ are told to obtain any additional knowledge from an English source – as if there were no useful ones in German! (S. 305)

deutsch: daß die (meist) deutschen Leser dieser Briefe neue Erkenntnisse aus englischen Quellen zu schöpfen hätten – als ob es keine brauchbaren auf Deutsch gäbe!

Das wäre noch nicht einmal so schlimm, wenn Solomons Beethoven-Schrift nicht so voller Irrtümer und Fehldeutungen wäre. Die ergeben sich

1. aus zahlreichen sinnentstellenden Übersetzungsfehlern wie z. B.

  • „liebevoll“ übersetzt Solomon mit „full of love“! Liebevoll kann man zu einem Menschen sein, ohne erfüllt zu sein von Liebe wie zu einem oder einer Geliebten.
  • „… nur Sie vermag dir ein glückliches Leben zu geben – o Gott – laß sie mich – jene endlich finden – die mich in Tugend bestärkt – die mir erlaubt mein ist – Baaden am 27. Juli (1807) (von Beethoven geschrieben also zu einer Zeit, als sich Josephine nicht mehr von ihm finden ließ, ihre Dienstboten ihn an der Tür abwiesen). Solomon macht daraus: „O god, let me find someone (irgendeine!) whose love I am allowed“ (K. S. 216).

2. So mißversteht Solomon auch die deutsche Sprache, wie sie im 18. und 19. Jahrhundert gebraucht wurde, und kommt zu dem absurden Fehlschluß, die verheiratete Antonie Brentano sei Beethovens Auserwählte. Klapproth:

There is not a single document or letter by anyone” (S. 204).

3. Solomon geht die Fähigkeit ab, sich in eine große Seele wie die Beethovens hineinzuversetzen. So psychologisiert er freiweg auf unterstem Niveau:

  • Beethoven sei gegenüber seinem Neffen pädophil gewesen
  • Beethoven habe sich mit Prostituierten abgegeben

4. Solomons „Beethoven Essays“  charakterisiert Klapproth mit den Worten:

Written in a polemic style, a futile attempt to discredit the evidence in favor of Josephine as the most likely „candidate“ by pouring scornful ridicule on her „advocates“. By (mis)interpreting letters around the time in question, speculates that Josephine and Stackelberg „must“ have been (1) both in Vienna, (2) together and (3) happily so! Overall, sadly, disgraced by a prevailing misogynistic attitude. (S. 303)

deutsch: Geschrieben in polemischem Stil, ein sinnloser Versuch, die Offensichtlichkeit, die für Josephine als die höchstwahrscheinliche „Kandidatin“ (welch eine Wortwahl!) spricht, dadurch zu diskreditieren, daß er ihre „Advokaten“ verächtlich und lächerlich macht. Durch Fehldeutung der Briefe jener Zeit vermutet er, daß Josephine und Stackelberg (1) beide, (2) gemeinsam und (3) glücklich in Wien gewesen sein „müssen“. Insgesamt – traurig genug – geschändet durch eine vorherrschende frauenfeindliche Einstellung.

5. Vor seiner Beschäftigung mit deutschen Musikern, u. a. Beethoven, hat sich Solomon betätigt

  • als Plattenhersteller
  • als Autor marxistischer Bücher

6. Klapproth nimmt kein Blatt vor den Mund:

The trouble with Solomon is, that he comes across as haughty and arrogant, that he uses eloquent sounding language (often based on questionable – but really only superficial – „psychoanalytic“ concepts), obviously with the aim to impress and intimidate readers, rather than to educate and enlighten them. (S. 239)

deutsch: Der Ärger mit Solomon ist, daß er geringschätzig und überheblich daherkommt, sich redegewandt gibt (oft sich auf fragwürdige, aber wirklich nur oberflächliche – „psychoanalytische“ Begriffe stützend), offensichtlich mit der Absicht, die Leser zu beeindrucken und einzuschüchtern, anstatt sie zu unterrichten und aufzuklären.

7. Die Einladung Tellenbachs, auf ihre Widerlegung zu antworten, die sie Solomon gegenüber aussprach mit ihrer Abhandlung „Psychoanalysis and the Historio-Critical Method: On Maynard Solomon’s Image of Beethoven,“ in „The Beethoven Newsletter“ 1993/94, lehnte er ab und trat vom Vorstand des Ira F. Brilliant Center for Beethoven Studies an der San José State University zurück. Der Direktor des Instituts William Meredith hält fest:

The resignation of one of the most popular Beethoven scholars in the United States … was hardly a fortuitous event in the history of the fledgling Center (in Walter 2011, K. S. 242)

deutsch: Der Rückzug eines der populärsten Beethoven-Gelehrten der Vereinigten Staaten … war kaum ein zufälliges Ereignis in der Geschichte des jungen Centers.

Denn Tellenbach hatte den Verleumder Beethovens ins Mark getroffen, ein weiteres Verdienst dieser herausragenden Beethoven-Forscherin!

Ebenso verdienstvoll ist es von Klapproth, sich so eingehend mit Solomon befaßt zu haben, da dessen Holzweg ja besonders den Deutschen anempfohlen wird.

Hoffen wir, daß auch Klapproths wertvolle Arbeit dazu beiträgt, Beethoven den Deutschen auch als Mensch wieder ins rechte Licht zu rücken. Beethoven war nicht nur einer der größten Musiker aller Zeiten, er war auch eine große Seele.

Beethoven (1820, gezeichnet von Moritz v. Schwind)

Und er liebte eine geistig und seelisch hochstehende Frau, die sich selbst zwischen all ihren vermeintlichen und wirklichen Pflichten als Angehörige des Adelsstandes und als Mutter von 8 Kindern zugrunderichtete und zugrundegerichtet wurde.

Beethoven selbst drohten dabei seine schöpferischen Kräfte zu versiegen. Welche Bewunderung erfüllt uns für seine Seelenkraft und Größe angesichts des erhabenen Werks, das er in seiner erneut anbrechenden späten Schaffensperiode schuf. Er hatte wahrgemacht, was er sich einst auferlegt hatte:

Ich will dem Schicksal in den Rachen greifen. Ganz niederbeugen soll es mich gewiß nicht.

Innigsten Dank, lieber John, für Ihre Herzenswärme und Ihren Fleiß, mit denen Sie Ihre hervorragende Kulturarbeit geleistet haben und der Menschheit mit Ihrem Buch vorlegen!

Wieder ein “heldischer” Weltverbesserer im Rampenlicht

Es ist immer das Gleiche:  Was ihrem eigenen Glauben zuwiderläuft, wollen sie ausrotten. Die Mühe, sich geistig mit Andersdenkenden auseinanderzusetzen, machen sie sich nicht. Das wäre auch zu wenig augenfällig. Sie treten großmächtig mit Waffengewalt in Erscheinung und bringen möglichst viele Menschen um.

Bombenleger haben eines gemeinsam: Sie sind feige Mörder. Helden sind sie keine. Im besiegten Deutschland allerdings werden Bombenleger je nach Ideologie sortiert in Hochzuverehrende und Tiefzuverachtende.

 

Der Massenmörder in Selbstdarstellung (Hamburger Abendblatt v. 25.7.11)

Der Bombenleger von Oslo Breivik band zuerst die Polizeikräfte und Hilfsdienste in Oslo am Ort des Grauens, das er mit der Explosion seiner Bombe angerichtet hatte, um dann, hinterlistig getarnt als Ordnungshüter (!), fast 100 junge, schutzlose Menschen zu töten.

Er schrie und jubelte und gab mehrere Siegesrufe von sich,

berichtete die gerettete Augenzeugin Nicoline Bjerge Schie (22).

Nun, ein Wahnsinniger, dessen 9-jähriges einsames Vorbereiten in die – ihn – erlösende Tat mündet. Alle Welt ist entsetzt! Mit Recht! Aber:

Was ist mit Afghanistan, mit Libyen, mit dem Irak, mit 9/11?

Wieviele Tausende Frauen, Kinder, Männer werden durch Bomben getötet, die der so “hochmoralische”, “demokratische”, in Wirklichkeit wilde angloamerikanische Westen ebenso “heldenhaft” aus anonymer Ferne abwirft?! Und an dessen Taten sich die NATO-Partner beteiligen?

In der Taxe eines freundlichen afghanischen Fahrers saß ich vor kurzem in Hamburg . Wir unterhielten uns gut, und ich fragte ihn, wie er die deutsche Beteiligung am Krieg in Afghanistan beurteile. Denn unsere beiden Völker hätten doch stets in einem freundschaftlichen Verhältnis zueinander gestanden. Werde das nun nicht zerstört?

Er antwortete:

Nein, es besteht ein Unterschied zwischen den Angloamerikanern und den Deutschen in diesem Krieg. Die Deutschen versuchen zu helfen und aufzubauen. Die Angloamerikaner aber werfen jeden Tag Bomben auf mein Land und zerstören es.

Es geht um wirtschaftliche Interessen großer international agierender Öl-Firmen. Mit Lügen wird versucht, die beteiligten Völker ruhigzuhalten. Wer die Wahrheit dagegenhält, gilt als politisch unkorrekt, fliegt u. U. in die Schublade “rechtsextremistisch”.

In gleicher Weise mutet man uns zu zu glauben, die Türme des WTC am 11.9.01 in New York seien durch Flugzeuge zum Einsturz gebracht. Doch Bilder zeigen die Wahrheit, und zahlreiche Wissenschaftler weisen darauf hin: Die Türme wurden mit zuvor eingebrachter Sprengladung “warm” abgerissen. Welch eine dreiste Hinterlist, welch dreiste Lügen!

Welch ein kleines Licht ist der Massenmörder von Oslo doch, gemessen an diesen anonym agierenden, mächtigen Kriegs- und Zivil-Verbrechern!

Die wahren Helden

  • von Utøya:

Retter Marcel Gleffe aus Teterow/Mecklenburg

  • die namenlosen Retter und Helfer bei der WTC-Sprengung
  • und vielleicht kann man die deutschen Soldaten in Afghanistan dazuzählen, wenn sie wirklich nur helfen und aufbauen.

Marcel Gleffe aus Teterow/Mecklenburg rettete unter Lebensgefahr mehr als 20 Menschen vor Utøya, ehe die Polizei eintraf.

Ich habe gar nicht mehr überlegt. Keine Sekunde mehr verlieren!

Sein kleines 10-PS-Motorboot konnte nur jeweils eine kleine Gruppe der im Wasser Schwimmenden aufnehmen. Darum mußten viele von ihnen zurückbleiben. Und nun berichtet Marcel Gleffe von weiteren Helden und Heldinnen:

Es war traumhaft zu sehen, wie die sich gegenseitig unterstützt haben und dann gesagt haben: „Nimm nicht mich, nimm sie oder nimm ihn. Sie oder er kann nicht mehr, ich kann noch.“

Diese HeldenInnen bleiben – bis auf Marcel Gleffe – unbekannt. Ihnen ging es nicht um sich. So betreute Marcels Familie die Überlebenden weiter, während Marcel wieder und wieder rausfuhr.

Ohne viel zu reden, hat das alles automatisch funktioniert.

Vor 200 Jahren erschoß sich Heinrich von Kleist

Heinrich von Kleist (1777 - 1811)

In diesem Kleist-Gedenkjahr reizt es, auch ihm in diesem Zusammenhang die Frage zu stellen: Warst Du nur ein armer Gescheiterter, oder warst auch Du ein Held?

Heinrich von Kleist wollte nicht Marionette sein, weder in der preußischen Armee als Soldat, der hirnlos den Kommandos der Vorgesetzten zu gehorchen hatte, noch als Staatsangestellter, der ebenfalls Befehlen zu gehorchen und keine selbständigen Entschlüsse zu fassen hätte.

Ich will kein Amt annehmen. Ich kann nicht eingreifen in ein Interesse, das ich mit meiner Vernunft nicht prüfen darf. Ich soll tun, was der Staat von mir verlangt, und soll doch nicht untersuchen, ob das, was er von mir verlangt, gut ist. Zu seinen unbekannten Zwecken soll ich ein bloßes Werkzeug sein – ich kann es nicht.

So hängte er beides an den Nagel um seiner Freiheit willen, lebte ärmlich und versuchte, sich als Dichter und Dramatiker durchzuschlagen. Damit war er zu seinen Lebzeiten glücklos. Das ging an die Substanz. Aber heldenhaft nahm er das um seiner Geistesfreiheit willen auf sich.

Soweit hochachtenswert! Aber

gerät Kleist in seinem Freiheitswillen nicht in unmittelbare Nähe der gewaltsamen “Weltverbesserer”,

die zum Ausrotten des Feindes aufrufen, wenn es ihm in seiner “Hermannsschlacht” nicht genügt, daß die Römer aus Germanien vertrieben wurden, sondern er seinen Helden Hermann dessen Volk, den Germanen, zurufen läßt:

Und dann – nach Rom selbst mutig aufzubrechen!
Wir oder unsre Enkel, meine Brüder!
Denn eh’ doch, seh’ ich ein, erschwingt der Kreis der Welt
vor dieser Mordbrut keine Ruhe,
als bis das Raubnest ganz zerstört,
und nichts als eine schwarze Fahne
von seinem öden Trümmerhaufen weht!

Ja, Kleist läßt Hermannn gar die deutschen Fürsten fragen:

Wollt ihr, wie ich schon einmal euch sagte,
zusammenraffen Weib und Kind,
und auf der Weser rechtes Ufer bringen,
Geschirre, goldn’ und silberne, die ihr
besitzet, schmelzen, Perlen und Juwelen
verkaufen oder sie verpfänden,
verheeren eure Fluren, eure Herden
erschlagen, eure Plätze niederbrennen,
so bin ich euer Mann -.

Die Fürsten antworten:

Das eben, Rasender, das ist es ja,
was wir in diesem Krieg verteidigen wollen!

Hermann wendet sich ab:

Nun denn; ich glaubte, eure Freiheit wärs!

Doch welche Freiheit bleibt dem Volk, wenn es seine Lebensgrundlagen verloren hat? Wie stellt sich Kleist vor, könne das Volk dann – hungernd, frierend, vergewaltigt – den Feind abwehren, um seine Freiheit zu retten? Welche Freiheit?

Es ist zwar unerträglich demütigend, den Fremden im eigenen Land sich breitmachen und herrschen zu sehen. Doch so schneidend scharf, wie Kleist

  • die Verteidigung des Landes, des Besitzes, des Volkes
  • von der Verteidigung der Freiheit

trennt in seiner Wertung, so radikal sind sie m. E. nicht trennbar.

Doch Kleist betont auch in anderen Werken diesen untrennbaren Zwilling, den er aber trennen möchte:

Nicht die Flur ist’s, die zertreten
unter ihren Rossen sinkt;
nicht der Mond, der in den Städten
aus den öden Fenstern blinkt;
nicht das Weib, das mit Gewimmer
ihrem Todeskuß erliegt,
und zum Lohn, beim Morgenschimmer
auf den Schutt der Vorstadt fliegt!
Das Gescheh’ne sei vergessen;
Reue mög euch ewig pressen!
Höh’rem als der Erde Gut
schwillt an diesem Tag das Blut!

Wessen Blut, verehrter Heldendichter Kleist? Nur deins, oder auch das der vergewaltigten, „auf den Schutt der Vorstadt“ geworfenen Frau? Wessen Freiheit ist hier gewonnen?

Und an dritter Stelle, in seinem Gedicht “An Friedrich Wilhelm den Dritten, König von Preußen“ – den Mann der großen, vom Volk geliebten und verehrten Königin Luise – bringt er die gleichen Gedanken:

Laßt denn zerknickt die Saat von Waffenstürmen,
die Hütten laß ein Raub der Flammen sein!
Du hast die Brust geboten, sie zu schirmen:
Dem Lethe wollen wir die Asche weih’n.
Und müßt auch selbst noch auf der Hauptstadt Türmen
der Kampf sich für das heil’ge Recht erneun -
sie sind gebaut, O Herr, wie hell sie blinken,
für bessre Güter in den Staub zu sinken!

Ja, gut, man soll nicht an materiellen Gütern kleben.

Aber ein Dach über dem Kopf, Kleidung und Nahrung braucht der Mensch nun einmal, um überhaupt leben und sich für die Freiheit einsetzen zu können. Das ist zwar ein langer und immerwährend notwendiger Einsatz, aber Krieg bringt nichts als Verletzung der Menschenwürde und damit Zerstörung der Freiheit.

Hätte Heinrich von Kleist jene Wirklichkeit des 20. Jahrhunderts mit eigenen Augen mitansehen können, die Vertreibung der 15 Millionen Deutschen aus ihrer Heimat im Osten, die Not in Eiseskälte, Hunger und Vergewaltigung und den grausamen Tod von zweieinhalb Millionen von ihnen, er hätte gesehen, was von der Freiheit solcher bedrängter Menschen übriggeblieben wäre, und hätte – wäre er nicht des Wahnsinns gewesen – geschwiegen.

An den Ausrottungsplänen eines Chalmers Mitchell, die er in der Londoner Zeitung Saturday Review am 1. Februar 1896 veröffentlichen durfte, hätte Kleist zum Vergleich eine Parallele lesen können, die ihm vielleicht die Augen geöffnet hätte:

Die Deutschen sind unsere vorbestimmten Nebenbuhler … Wäre morgen jeder Deutsche beseitigt, es gäbe kein englisches Geschäft, das nicht wüchse … Macht euch fertig zum Kampf mit Deutschland, denn Germania est delenda!

Das „Germania est delenda“ ist eine Anlehnung an eine andere Aufforderung zur Ausrottung eines störenden Feindes, in diesem Falle Karthagos: Der römische Staatsmann Marcus Porcius Cato (284-149 v.d.Z.) hatte seine Senatsreden stereotyp mit dem Satz geschlossen:

Ceterum censeo, Carthaginem esse delendam. (Im übrigen meine ich: Karthago muß zerstört werden.

Schöne Helden, die Wahnsinnigen alle zusammen,

die das “Gute” – für wen auch immer – mit Waffengewalt, wenn auch „grausam, aber notwendig“, durchsetzen möchten!

Nein danke!

Zum 20. Juli

Die Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT zeigte die Grenzen ihrer Freiheit

Sie brachte bisher nicht den Mut auf, eine Stellungnahme zu den jährlich am 20. Juli wiederkehrenden offiziellen Feierlichkeiten zu veröffentlichen, die der nun auch in der JF „veröffentlichten Meinung“ widersprach. Möglicherweise entscheidet auch hier die Furcht vor der „Nazi“-Keule!

Diese Zurückhaltung erklärt der Kosmologe und Heimatforscher Karl-Heinz Baumgartl mit der Auflagenhöhe des Blattes:

Die JF ist meines Erachtens schon viel zu groß, um das deutsche Anliegen der Selbstbestimmung zu verfolgen.

Baumgartl scheint anzunehmen, daß die großen Zeitungen von der Pressefreiheit nicht voll Gebrauch machen, sondern eine Art vorgegebene Generallinie befolgen, zu der das Anliegen der deutschen Selbstbestimmung nicht gehört. Das ist ein Thema für Außenseiter, die jedoch höchstens in kleinen, wenig einflußreichen, ja geächteten Blättern zu Wort kommen.

Die Junge Freiheit hat eine Auflagenhöhe von etwa 20 000. Damit liegt sie – z. B. – vor dem Rheinischen Merkur, dem von der katholischen Kirche subventionierten, ebenfalls konservativen Blatt.

Vom „Mut“ des Attentäters

Der Leserbriefschreiber Lachmann hatte der JF geschrieben:

als Leser Ihrer sonst sehr guten Zeitung, stört mich jedes Jahr Ihre Verherrlichung des Bombenlegers Stauffenberg. Sie schreiben:

„Die Tat des 20. Juli 1944 ist das alle Zeiten überstrahlende Zeugnis deutschen Freiheitswillens.“

Claus Schenk Graf von Stauffenberg (Wikipedia)

Lachmann hält dagegen, daß

die Tat, der feige Mordanschlag des 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler, für alle Zeiten ein ewiger Schandfleck in der deutschen Militärgeschichte sein und bleiben wird.

Einen feigen Bombenleger, der es billigend in Kauf nimmt, daß alle 24 Personen in der Lagebaracke, fast der gesamte Führungsstab der Wehrmacht, von seiner englischen Bombe zerrissen wird, er selber sich aber feige aus dem Staub macht, als Helden zu bezeichnen, kann ich beim besten Willen nicht folgen. Meine Ehrbegriffe müssen andere sein als die Ihrigen.

Hierzu erklärt Baumgartl:

Wenn jemand wirklich – wie heute offiziell dargestellt wird – das deutsche Volk vor Adolf Hitler retten will, dann schmuggelt er nicht etwa eine Bombe in den Raum, in dem sich Hitler mit Regierungsmitgliedern aufhält, sondern eine kleine Pistole und erledigt den Auftrag „von Auge zu Auge“.

Stattdessen zündete er die Bombe aus sicherer Entfernung. Erkennbar also wollte der Attentäter überleben …

Vom Irrtum der Widerständler

Eugen Gerstenmeier 1960 (Wikipedia)

Eugen Gerstenmaier, ehemaliger Bundesratspräsident, vom Steuerzahler für seine Beteiligung am Widerstand allerdings gut entlohnt, schrieb – wie Lachmann herausgefunden hat – in der FAZ vom 21. 03. 1975:

Was wir im deutschen Widerstand während des Krieges  nicht wirklich begreifen wollten, haben wir nachträglich vollends gelernt:

Daß dieser Krieg schließlich nicht gegen Hitler, sondern gegen Deutschland geführt wurde.

Somit war die Aktion nicht zielführend, wie man ja auch an den Reaktionen der Feindmächte gesehen hat. Winston Churchill hat die deutschen Putchisten als „Verräter“ verachtet.

Über dessen Ehrauffassung allerdings ließe sich streiten; und so bringt auch Lachmann wieder in Erinnerung, welche Rolle der englische Premierminister Churchill gespielt hat. Er nennt ihn – m. E. mit Recht – den

… größten Kriegstreiber zum II. Weltkrieg, (der), im Unterhaus und vom BBC übertragen, (am Tag der englischen Kriegserklärung an Deutschland am 3. September 1939) erklärte:

„Dieser Krieg ist ein englischer Krieg, und sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands.“

Und ebenso - wie Lachmann schreibt -

ist auch heute völlig unbestritten, daß die Alliierten von einem deutschen Widerstand überhaupt nichts wissen wollten. Der lange vor 1939 geplanten Zerstückelung und Zerschlagung Deutschlands wären sie nur im Wege gewesen.

Schon 1890 hatte die englische Zeitung The Truth die Karte vom neuen Europa mit dem zerstückelten Deutschland gebracht, dargestellt als The Kaiser’s Dream, womit dem deutschen Kaiser die Alleinschuld an Deutschlands Unglück schon vorsorglich in die Schuhe geschoben werden sollte.

Hatten dies die Widerständler nicht zur Kenntnis genommen? Wie blauäugig mußte man sein, wenn man bei den Kriegsgegnern Deutschlands von einem – vor Erreichen ihres Zieles – bestehenden Friedenswillen ausging! Hatten die Widerständler von Militärgeschichte und Kriegsgepflogenheiten keine Ahnung?

Zu welchem Zeitpunkt des Krieges starben die meisten Deutschen?

Lachmann kritisiert die JF:

Sie schreiben weiter, daß sich nach dem Attentat die Zahl der militärischen und zivilen Opfer bis zum Ende des Krieges nochmals verdoppelte.

Das ist die stets wiederholte offizielle Sichtweise, die den „Segen“ hervorheben soll, den die Tat der Putschisten bedeutet hätte, wäre sie gelungen. Doch Lachmann erinnert an andere Tatbestände:

  • Wissen Sie nicht, daß nach dem 8. Mai 1945, als Hitler nicht mehr lebte und der Frieden ausgebrochen war, mehr deutsche Soldaten in Gefangenschaft umkamen als in fast 6 Jahren Krieg an der Front?
  • Wissen Sie nicht, daß 15 Millionen deutsche Zivilisten aus ihrer seit Jahrhunderten angestammten Heimat aus dem Osten vertrieben wurden, wobei über 2,4 Millionen meist Frauen und Kinder grausam starben?
  • Wissen Sie nicht, daß durch die roten Horden Stalins und andere „Befreier“ es über 2 Millionen Vergewaltigungen an deutschen Mädchen und Frauen gab?

Wem nützt das schiefe Geschichtsbild?

Baumgartl schlußfolgert:

Ich bin kein Anhänger von Adolf Hitler. Aber es ist grotesk und merkwürdig, daß Deutschland als einziges Land auf der Erde diese Hochverräter als „Befreier“ würdigt. Darauf folgt die Frage: Wem nützt das?

Gute Frage, auf die die Antwort nicht schwer fallen sollte:

Die Gehirnwäsche der “Sieger” gemeinsam mit der deutschen Neigung, von einem Extrem ins andere zu fallen und in vorauseilendem Gehorsam kein differenziertes Denken gelten zu lassen – das alles nützt den Imperialisten, die bis heute am laufenden Band Angriffskriege führen, um ihren Machtbereich über den gesamten Erdball zu erweitern. Sie hämmern aller Welt ein, wer schuldig, wer unschuldig ist.

Solange sie selbst noch immer obsiegen und die vielen anderen ihnen nachlaufen, sind sie selbstredend die “Unschuldigen”, die Welt Erlösenden. Ihnen also nützt das verlogene Geschichtsbild.

« Jüngere Beiträge - Ältere Beiträge »