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Das ist mal ein erfrischendes, ja erlösendes Wort in unserem mediengegängelten Meinungsüberwachungsstaat!

Henryk M. Broder sprach mit

Kári Stefánsson,

Kári Stefánsson (aus: https://www.eshg.org/eshg2009/ds.htm)

nachzulesen bei welt online:

Man hört, Sie können deutsche Journalisten nicht ausstehen. Warum ist Ihnen unsere Truppe so unsympathisch?

(Bemerkenswert: Henryk M. Broder ist bekennender Jude und spricht in Bezug auf die deutschen Journalisten von unserer Truppe! Fühlt er sich dazugehörig?)

Kári Stefánsson:

Das liegt einfach daran, daß sie offensichtlich andere Anstandsregeln haben als die Journalisten im Rest der Welt. Deutsche Journalisten verstellen sich. Sie haben keine Skrupel zu täuschen und zu verschleiern, auf was sie in Wahrheit hinauswollen.

Wenn Sie mit einem angelsächsischen oder einem skandinavischen Journalisten sprechen, wird er Ihnen immer klar sagen, was er wissen will, worauf er hinauswill, was der Fokus seiner Geschichte ist. Deutsche Journalisten sind leider in kultureller Hinsicht ignorant.

Ich erinnere mich an einen Artikel, den einer Ihrer Kollegen über Island geschrieben hat. Er trug den Titel „Peepshow im Land der Wikinger“. Doch wo war die Peepshow? Die Leidenschaft der Isländer in Sachen Genealogie wurde kurzerhand dazu gemacht.

Island führt einen Stammbaum der ganzen Nation – dies wurde als Peepshow abqualifiziert. Aus der Tatsache, daß unsere Nation es in Ordnung findet zu wissen, wer mit wem verwandt ist, wurde eine exhibitionistische Zurschaustellung gemacht.

In meiner Erfahrung mit deutschen Journalisten gab es leider keine einzige Ausnahme. Ich habe mit Journalisten aller großen deutschen Tageszeitungen und fast aller Fernsehsender gesprochen. Und wirklich jeder einzelne von ihnen verhielt sich gleich.

Eine kranke Nation mit kranken Journalisten! Denn, wie Stefánsson formuliert:

“Adolf hat die Deutschen noch immer fest im Griff”

Das ist die deutsche Krankheit, die zwanghafte Zur-Schau-Stellung der eigenen “politischen Korrektheit”. Die tägliche Teufelsaustreibung namens “Vergangenheitsbewältigung” auf jedem Sender, in jeder Zeitschrift, in jedem Schulfach hat ihre tiefen Spuren in die Seelen dieses Landes eingegraben.

Wieviel Forschung wird dadurch verhindert, wieviele Themen sind tabuisiert! Und so konnte es nicht anders kommen, als es gekommen ist: Deutschland hat seine einstige führende Stellung im gesamten kulturellen Bereich verloren.

Die Wissenschaftssprache ist nicht mehr Deutsch wie einst, deutsche Wissenschaftler radebrechen in Englisch. Deutsche Kinder sind neudeutsch “Kids”, man kann um sie nur mit Anglizismen werben, Deutsch ist zu langweilig. Das saugen die “Kitz” nun sozusagen mit der Muttermilch ein.

Deutsch ist überhaupt minderwertig, man schämt sich, Deutscher zu sein. Man verleugnet sich somit selbst. Wer sich selbst nicht leiden kann, den können auch andere nicht leiden.

An diesem Selbsthaß haben die Journalisten in Deutschland in vorderster Linie mitgewirkt. Da freut es einen, wenn sie jetzt von einem kompetenten Kritiker mal so richtig den Marsch geblasen kriegen:

Stefánsson:

Ich will mir kein Urteil über das Fachwissen deutscher Journalisten erlauben. Ich möchte nur sagen, daß sie alle ohne Ausnahme Arschlöcher („pieces of shit“) sind. Vielleicht sind sie sehr gebildete Arschlöcher, aber das ist mir gleich …

Ich habe noch keinen anständigen deutschen Journalisten kennengelernt! Das ist wirklich seltsam.

Broder stellt m. E. die falsche Frage:

Könnte das etwas mit dem deutschen Nationalcharakter zu tun haben?

Und Stefánsson ringt um die richtige Antwort:

Es ist eigenartig. Wenn Sie die deutsche Kultur betrachten – wir haben ihr so viel zu verdanken. Wir haben ihr unsere Weltanschauung zu verdanken. Wenn wir die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts betrachten – da gab es diese ungeheure Kreativität in den Wissenschaften.

Im Grunde haben die Deutschen unser heutiges Weltbild erschaffen. Ihnen haben wir einen großen Teil der musikalischen Werke zu verdanken und einiges an guter Literatur. Deutschland hat viel Gutes hervorgebracht.

Natürlich gab es auch einige weniger glückliche, von Arroganz und Selbstgerechtigkeit geprägte Beiträge zu unserer Kultur, einige Weltkriege zum Beispiel.

Mit der Arroganz hat er leider nicht unrecht. Die aber unterscheidet sich nur geringfügig von der anderer Nationen, besonders derer, die sich – im Gegensatz zu Deutschland – die halbe Erdkugel unter den Nagel gerissen haben und sich heute immer noch an vorderster Front an Angriffskriegen zur Ausbeutung anderer Länder und an der entsprechenden Lügenpropaganda beteiligen.

Und weiter versucht sich Stefánsson mit seiner Antwort:

Heute gibt es viel Positives in Deutschland. Die Kunstszene in Berlin. Berlin ist die Kunsthauptstadt der Welt geworden und hat damit New York und London abgelöst. Ihr seid also nicht ohne Vorzüge. Obwohl mir die Welt ohne euch besser gefallen würde …

Und nun kommt er auf den Punkt:

Wenn man sich eine Nation wie die Deutschen ansieht – eine sehr gebildete Nation relativ kluger Menschen –, so lebt sie immer noch im Schatten des Zweiten Weltkrieges.

Deshalb ist jeder so bemüht, sich politisch korrekt zu verhalten. Deswegen wirkt das Verhalten der Deutschen in vielerlei Hinsicht so unnatürlich. Sie sind katholischer als der Papst und ziemlich verklemmt.

Adolf hat sie immer noch fest im Griff.

Das muß dem Genetiker Stefánsson in seinem Wissenschaftszweig besonders aufgestoßen sein, das hat er wahrhaft “hautnah” miterlebt.

Stefánsson:

Eigentlich hat die Wissenschaft in Deutschland ihre Krise überwunden. Lange Zeit konnte gerade in meiner Disziplin, der Genetik, nicht gearbeitet werden, weil Genetik ein Schimpfwort war. Jahrelang haben die Deutschen Ethikkonferenzen abgehalten, die einzig und allein dazu dienten, mich einzuladen und dann mit faulen Eiern zu bewerfen.

Da waren diese Deutschen, die sich auf diese Weise hervortaten,

wie bei allen den “Aufständen der Anständigen”

weithin sichtbar “politisch ach so lobenswert korrekt”.

Das ist eigentlich merkwürdig, weil Humangenetik im Prinzip eine rein deskriptive Disziplin ist. Man verändert nichts, man beschreibt nur, wie der Mensch aufgebaut ist – basierend auf den Informationen, die im Genom enthalten sind.

Während man vor 14, 15 Jahren darüber stritt, ob man Populationsgenetik betreiben soll, haben wir einfach begonnen, auf diesem Gebiet zu forschen. Ich habe vorgeschlagen, Populationsgenetik in einer Großstudie zu erforschen. Das hat vorher außer uns noch keiner getan und seither auch nicht.

In Deutschland wäre das unmöglich gewesen, denn hier hätte es an hitlersche “Selektion” erinnert. Daher wohl auch die Frage von Broder:

Wie sieht es mit Designer-Babys aus?

Stefánsson:

Das ist ein extrem kompliziertes Thema, weil es hier um Selektion geht. Es geht um die Frage, ob es richtig ist, eine Meinung darüber zu haben, wie Menschen zu sein oder nicht zu sein haben. Der Gedanke, Erkenntnisse aus der Genforschung zur Verbesserung von Menschen einzusetzen, beunruhigt uns.

Der Begriff der Eugenik wurde von Galton geprägt, der ein Schüler Darwins war. Dann kam Herr Adolf daher und veränderte die Art und Weise, wie man diesen Begriff betrachtete.

Ich finde die „Zucht“ von Menschen geschmacklos. Und ich denke, daß es biologische Gründe dafür gibt, keine an die heutige Welt hervorragend angepaßte Herrenrasse zu züchten. Einmal angenommen, wir würden den perfekten Menschen definieren …

Broder:

… einen Allzweckmenschen, in Einheitsgröße …

Stefánsson:

Ja, das gab es schon.

Und zwar nicht bei Hitler allein, sondern in Menschenhirnen hauptsächlich der USA lange nach Hitler, diesmal aber ganz und gar nach dem nackten, seelenlosen darwinschen Nützlichkeitsprinzip entworfen:

Es ist klar, daß man den perfekten Menschen über die Umwelt, wie sie heute ist, definieren würde. Ein Mensch, der in der heutigen Umwelt funktionieren und überleben könnte.

Und dann würde es so einen Vulkanausbruch geben, der alles verändert. Wenn alle Menschen gleich wären, dann wären wir schlecht auf die nächste Katastrophe vorbereitet.

Der beste Weg, uns Menschen, unsere Spezies, auf das Überleben der nächsten Katastrophe vorzubereiten, ist, uns auf dem Globus zu verteilen. Uns so vielen verschiedenen Umweltbedingungen wie möglich auszusetzen. Der perfekte Mensch würde eine unglaublich langweilige Welt hervorbringen.

Hier äußert sich auch dieser Naturwissenschaftler wie die meisten seiner Kollegen als Materialist. Von der Seele, die Kultur hervorbringt, spricht er nicht. Er spricht von der funktionierenden Maschine “Mensch”. Er spricht nicht von Völkern, die in ihrer ganz eigenen Seelensprache das Wesen der Welt zum Ausdruck bringen und das Gesamtorchester der Menschheit mit ihrer Stimme bereichern.

Er spricht von Katastrophen-Bewältigern. Die allerdings denkt er sich individuell voneinander unterschieden, wohl eher wie eine amorphe, atomisierte Masse. Das kann wohl nicht die Zukunftsvision sein, die der Menschenseele guttut.

Der Mensch möchte sich unter seinesgleichen verstanden und aufgehoben wissen. So ist er nun einmal geartet. Aber dieser Gedanke und diese Wortwahl wird der lieben meinungsführenden Journalistengesellschaft schon wieder als zu “rechts” erscheinen. Eben:

Adolf hat sie immer noch fest im Griff.

Libyen und die gleichgeschalteten West-Medien

Die plötzliche Einmütigkeit derjenigen, die sich mit Waffengewalt in die inneren Angelegenheiten Libyens einmischen, während sie bis kurz zuvor mit Gaddafi Geschäfte tätigten, läßt einen auch in diesem Falle mal wieder an der Wahrhaftigkeit „unserer“ Presse zweifeln.

„Unsere“ Medien scheinen bestimmte Sichtweisen zu propagieren, anstatt – wie es ihre Aufgabe wäre – objektiv zu unterrichten.

Auf dem Blog Der Honigmann sagt kann man in einem Kurz-Film erklärt bekommen, wie die

„Gleichschaltung der Presse“

bewirkt wird. Wer allerdings diesen Begriff in den Mund nimmt, wird in unserer leider zum Verdächtigungs- und Spitzelregime verkommenen Demokratie gern als „rechtsextrem“ eingestuft.

Schon die Negativ-Propagierung dieses Begriffes „rechtsextrem“ ist so umfassend, daß man sich fragt, wie wurden wir dazu gebracht, unter ihm etwas äußerst Verwerfliches zu verstehen, ja, verinnerlicht zu haben, welche Wörter wir besser nicht in den Mund nehmen, um nicht in Verdacht zu geraten, auf einer so „falschen“ Seite zu stehen.

In dem besagten Film erklärt ein mit Namen nicht genannter, aber offensichtlicher Presse-Insider das Entstehen der Gleichschaltung:

Wir haben ein Mediensystem, in dem jeder einzelne Mitarbeiter in seinem Zeitbuget und auch in seinen Finanzen über 20, 30 Jahre immer weiter eingeengt wurde.

Der unmenschliche Streß, unter dem Redakteure heute arbeiten müssen, ist ein Teil einer Medienführungsgesellschaft, die dafür sorgt, daß eigenständige Recherche, sauberes Nachdenken über Ereignisse, genaue Darstellungen geschichtlicher Hintergründe weder gewollt noch gefördert sind, so daß wir es mit einer immer dümmer werdenden Informations-Maschine zu tun haben, die immer … weniger geeignete Informationen in die Breite bläst in solcher Dichte, daß wir sozusagen überlaut zugedröhnt sind mit Fakten, die es nicht wert sind, angehört zu werden.

Wir werden ganz bewußt mit schlecht informierten Medien so stark beaufschlagt, daß wir ein Problem haben, uns dem zu entziehen.

Schade: Er hätte die „Medienführungsgesellschaft“ beim Namen nennen sollen.

Wer sind diese Leute, die die Informationslosigkeit der sog. Informationsgesellschaft herbeiführen?

Wenn man den Fall Libyen betrachtet, kann man es sich selbst sagen. Es sind diejenigen Konzerne, die ans Öl Libyens wollen, und es werden diejenigen Mächtigen sein, die ihre Vasallen wie z. B. auch die Bundesregierung dazu zwingen, dem Staat Israel zuarbeiten, der sich mit seiner Politik die Anrainerstaaten zu Feinden macht. Sehr wahrscheinlich hängen diese Interessenten so eng miteinander zusammen, daß man von einer einzigen Gruppe sprechen könnte.

Unter der Überschrift

Libyen: 265 verschwiegene NATO-Luftangriffe auf Zivilisten

bringt der Blog Hinter-der-Fichte bemerkenswerte Schlaglichter auf unsere gleichgeschaltete Presse:

Die Medien schweigen weiter über Bani Walid und über die hohen Verluste in Sirte

Es fällt wieder auf. Seit Tagen berichteten die Medien nicht mehr über Sirte und Bani Walid. Die NTC-„Rebellen“ waren nicht in der Lage, die Städte einzunehmen. In diesen Fällen verstummen die Medien der NATO.

Wir kennen das seit dem Beginn der Aggression. In den letzten Tagen wurden die Rückschläge für die NATO mit dem schlechten Wetter begründet. Die Verteidiger des Landes sind seit dem Fall von Tripolis zu einer Partisanentaktik übergegangen. Im ganzen Land, das oft als unter der Kontrolle des NTC dargestellt wird, wird weiter gekämpft.

Khamis Gaddafi, der die Moskauer Militärakademie absolviert hat, hat die Erfahrungen der sowjetischen Partisanen gegen die Nazi-Truppen augenscheinlich hervorragend in die Neuzeit umgesetzt. Im ganzen Land einschließlich Tripolis, Misrata, Bengasi gibt es Widerstand und die NTC-Leute sind nicht imstande, den Widerstand zu brechen.

Die Bilanz der Luftangriffe

Im EU-Fernsehen gibt es keine Luftangriffe in Libyen. So fragt auch niemand nach den zivilen Opfern.

Aber wir kennen die Zahlen. Vom 1. bis 8. Oktober flog die NATO 802 Einsätze mit 265 Luftangriffen. In der Mehrzahl auf Bani Walid; jene Stadt die in den Medien bis heute nicht auftaucht, weil sie erbitterten Widerstand leistet.

Tote Zivilisten

Die Zivilisten in den Städten werden wahllos aus der Luft und vom Boden aus angegriffen. Viele NATO-Medien unterdrücken jetzt sogar die Bilder von den Pickups, die wahllos in die Stadt feuern. Doch auch Panzer und Artillerie sind im Einsatz.

Wer mit Bomben und Granaten in eine Stadt feuert, begeht Kriegsverbrechen …

Der Schutz der Zivilbevölkerung – der angebliche Grund der Invasion – wird so ad absurdum geführt.

Wieder mal „Nach Angaben der Rebellen …“

Der NTC behauptet heute, man wäre in der Stadt Sirte und kämpfe um das Tagungszentrum. Solche Berichte gab es auch schon vor 10 Tagen. Behalten wir immer im Gedächtnis, wie oft schon die Eroberung der Stadtzentren verkündet wurde oder die bevorstehende Gefangennahme von libyschen Repräsentanten. AP berichtet, daß die NTC/NATO-Leute die Stadt beschießen, um Scharfschützen von den Dächern zu vertreiben.

Wie Desinformation durch Ablenken und Verschweigen funktioniert

Wenigstens Al Jazeera hat Erfolge zu vermelden. Das macht meist, man merke sich diesen Namen und das Gesicht, Zeina Khodr, die skrupelloseste Märchentante der NATO, die selbst den deutschen Armbruster noch in den Schatten stellt. Sie moderierte im August malerisch mit dem Stahlhelm auf dem Kopf die gefälschten Siegesfeiern vom in Katar aufgebauten „Grünen Platz“ und bringt heute in ihrem Sender angebliche Bilder aus Sabamiyah, einem Stadtteil von Sirte, den der NTC heute übernommen haben soll.

Originalton:

Die Gaddafi-Getreuen sind aus dem Stadtteil geflohen und haben nur „Grüne Bücher“ und Poster des gestürzten Führers zurückgelassen.

Das klingt belanglos, ist es aber nicht. Wie sieht ein Schlachtfeld wohl aus, wenn es von einer Seite eingenommen wird? Da gibt es keine Leichen? Tote Zivilisten, zerbombte Häuser, Schulen, Infrastruktur? Wo sind eigentlich all die Fotos von den eingenommenen Städten, Dörfern, Oasen? Wenn sie erzählt, es gäbe nur Propagandabücher und keine Opfer, ist das eine vorsätzliche Lüge.

Die Täuschung der Massen ist allumfassend. Keine Bilder – keine Proteste.

Doch wer es wissen will, kann es wissen. In Libyen tobt landesweit ein Aggressionskrieg der NATO unter Zuhilfenahme inländischer Kollaborateure. Weite Teile, wenn nicht die größte Fläche, Libyens sind nicht von der NATO besetzt.

Der Krieg wird aus der Luft ausschließlich von NATO-Kampfflugzeugen geführt. Am Boden operieren eben nicht Regimenter von Badelatschenträgern, die mit schweren Maschinengewehren aus der Hüfte schießen, so wie sie es in Rambo-Filmen gesehen haben.

Die Bodentruppen bestehen aus NATO Special Forces, Privatarmee-Söldnern aus NATO-Staaten und arabischen regulären Truppen.

Bekannt geworden sind Abschüsse von NATO-Transportern mit Privatsoldaten aus verschiedenen US-Bundesstaaten und NATO- und arabischen Hubschraubern, die Gefangennahme von Soldaten aus Holland, Großbritannien, Frankreich, Katar, Italien und vielen anderen Ländern.

Das von den Medien präsentierte Bild von Libyen hat nichts mit der Realität zu tun. Libyen führt einen verlust-, aber erfolgreichen Partisanenkampf gegen die NATO.

Vor diesem Hintergrund wirkt

Gaddafis Testament vom 5. April 2011

und vor allem er selbst ganz anders als von den gleichgeschalteten West-Medien beabsichtigt (entnommen dem Blog Politaia, Formatierung wie auch die der obigen Texte von Adelinde):

Erinnerungen an mein Leben – Mu’ammar Gadaffi / Col. Mu’ammar Gadaffi

Engl. Übersetzung Prof. Sam Hamod, Ph.D. /Deutsche Übersetzung aus dem Englischen: /Katharina Huber Cuénod

Recollections of My Life: Col. Mu’ammar Qadaffi, The Leader of the Revolution. April 8, 2011.     QUELLE: Informationclearingshouse

Im Namen von Allah, dem Mildtätigen, dem Barmherzigen.

Seit 40 Jahren, oder ist es länger, ich kann mich nicht erinnern, tat ich alles, was ich konnte, um

  • den Menschen Häuser, Spitäler, Schulen zu geben,
  • und wenn sie hungrig waren, gab ich ihnen Essen;
  • ich wandelte sogar bei Benghazi die Wüste in Ackerland um;
  • ich behauptete mich gegen die Attacken jenes Cowboys Reagan;
  • als er meine Adoptivtochter, die ein Waisenkind gewesen war, tötete, hatte er versucht, mich zu töten, stattdessen tötete er jenes arme, unschuldige Kind;
  • dann half ich meinen Brüdern und Schwestern aus Afrika mit Geld für die Afrikanische Union;
  • tat alles, was ich konnte, um den Menschen das Konzept einer wahren Demokratie zu verstehen helfen, in der Einwohnerausschüsse unser Land regieren;

aber das war nie genug, wie einige mir sagten, sogar Leute, die 10-Zimmer-Häuser, neue Anzüge und Wohnungseinrichtungen hatten, waren nie befriedigt; da sie so egoistisch waren, wollten sie mehr, und

sie sagten Amerikanern und anderen Besuchern, sie brauchten „Demokratie“ und „Freiheit“ und realisierten nie, daß dies ein ruinöses System war, wo der größte Hund den Rest ißt;

aber sie waren verzaubert von jenen Worten und sahen nicht, daß es

in Amerika

  • keine kostenlose medizinische Versorgung,
  • keine kostenlosen Spitäler,
  • keine kostenlosen Wohnungen,
  • keinen kostenlosen Unterricht
  • und kein kostenloses Essen gibt, es sei denn, die Menschen müssen betteln gehen oder in langen Schlangen für die Suppe anstehen;

Muammar al-Gaddafi mit seinem Idol Gamal Abdel Nasser (1969) (Wikipedia)

nein, egal was ich tat, für einige war es nie genug; aber es gab andere, die wußten, daß

ich der Sohn Gamal Abdel Nassers,

des einzigen wahren arabischen und moslemischen Führers, war, den wir seit Saladin hatten, als er den Suezkanal für sein Volk forderte, wie ich Libyen für mein Volk forderte; es waren seine Schritte, denen ich zu folgen suchte, um mein Volk frei von kolonialer Herrschaft zu halten – frei von Dieben, die uns bestehlen würden –

Nun bin ich unter der

Attacke der größten Macht der Militärgeschichte;

mein kleiner afrikanischer Sohn, Obama,

  • will mich töten,
  • unserem Land die Freiheit wegnehmen,
  • uns unsere kostenlosen Wohnungen,
  • unsere kostenlose medizinische Versorgung,
  • unsere kostenlosen Schulen,
  • unser kostenloses Essen wegnehmen
  • und sie durch Diebstahl in amerikanischem Stil, genannt „Kapitalismus“, ersetzen

– aber

wir alle in der Dritten Welt wissen, was dies bedeutet;

es bedeutet, multinationale Firmen beherrschen die Länder, beherrschen die Welt, und die Völker leiden;

und so gibt es für mich keine Alternative, ich muß meine Stellung beziehen, und wenn es Allah gefällt, werde ich sterben, indem ich seinem Pfad folge, ein Pfad, der unser Land reich an Ackerland, an Nahrungsmitteln und an Gesundheit gemacht hat und uns sogar erlaubt hat, unseren afrikanischen und arabischen Brüdern und Schwestern zu helfen, hier mit uns zu arbeiten, hier im libyschen Jammohouriyah.

Ich wünsche nicht zu sterben, aber wenn es dazu kommt, um dieses Land zu retten, alle die Tausende, die alle meine Kinder sind, dann sei es so.

Laßt dieses Testament meine Stimme an die Welt sein,

  • daß ich den Kreuzritterattacken der NATO die Stirne geboten habe,
  • daß ich mich gegen Grausamkeit, gegen Verrat, gegen den Westen und seine kolonialistischen Ambitionen erhoben habe,
  • und daß ich an der Seite meiner afrikanischen Brüder, meiner wahren arabischen und moslemischen Brüder stand als ein Leuchtturm;
  • während andere Schlösser bauten, lebte ich in einem bescheidenen Haus, in einem Zelt;
  • nie vergaß ich meine Jugend in Sirte;
  • ich gab das nationale Vermögen nicht auf törichte Weise aus;
  • und wie Saladin, unser großer moslemischer Führer, der Jerusalem für den Islam rettete, nahm ich wenig für mich selbst …

Im Westen haben mich einige „geisteskrank“ und „verrückt“ genannt, und

wenn sie auch die Wahrheit kennen, so fahren sie fort zu lügen;

Gaddafi im April 2008 mit Wladimir Putin (Wikipedia)

sie wissen, daß unser Land unabhängig und frei ist, nicht unter der Faust des Kolonialismus, daß meine Vision, mein Weg klar und für mein Volk ist und gewesen ist, und daß ich bis zum letzten Atemzug kämpfen werde, um die Freiheit zu bewahren.

Möge Allah der Allmächtige uns helfen, getreu und frei zu bleiben.

Lesen Sie dazu auch den Adelinde-Eintrag über die Erfolge Gaddafis im Aufbau seines Landes und der wirtschaftlichen Unabhängigkeit seines Volkes.

Päpstlicher Tunnelblick auf die Geschichte

Wo er recht hat, hat er recht:

Vor der jüdischen Gemeinde in Berlin stellte der Papst fest:

  • Das Christentum wurzelt im Judentum.
  • Der biblische Jesus war ein Jude.
  • In der Bibel wird behauptet: Das Heil kommt von den Juden.

Neu ist:

Die Kirche empfindet eine große Nähe zum jüdischen Volk.

Das war die gesamte vorherige Kirchengeschiche über ganz anders. Die Kirche empfand einen großen Haß auf die Juden, ließ sie verfolgen und hinrichten.

Schön wäre gewesen, der Papst hätte diesen Teil der Kirchengeschichte nicht ausgeblendet.

Politisch korrekter und inkorrekter Rassismus

Um den Juden den sprichwörtlichen Honig um den Bart zu schmieren, zitiert der Papst – bejahend – die Bibel:

Das Heil kommt von den Juden.

Schön wäre gewesen, der Papst hätte diese die Juden zur Selbstüberhebung verführende Aussage kritisch hinterfragt.

Jetzt hat er mit dem Zitieren dieses rassistischen Satzes vor der jüdischen Gemeinde dem jüdischen Auserwähltheitsdünkel wieder Vorschub geleistet. Das war politisch korrekt.

Am deutschen Wesen soll die Welt genesen

entspräche dem Satz. Der Satz über die Deutschen aber ist als rassistisch verpönt, somit politisch inkorrekt.

Der Papst verwies auf den

Massenmord an den Juden in der Hitlerzeit

und behauptete:

Der „allmächtige“ Adolf Hitler war ein heidnisches Idol, das Ersatz sein wollte für den biblischen Gott.

Wieviel Unsinn in einem einzigen Satz! Wo ist der Beweis dafür, daß Hitler Ersatz sein wollte für den biblische Gott?

  • Hitler ist nie aus der katholischen Kirche ausgetreten.
  • Hitler sprach oft von der “Vorsehung”, also wohl von einer Art Gott.
  • Die Papstkirche scheute sich nicht, mit Hitler ein Reichskonkordat zu schließen.

Als Reichskonkordat wird der am 20. Juli 1933 zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich geschlossene Staatskirchenvertrag bezeichnet. In ihm wurde das Verhältnis zwischen dem Deutschen Reich und der römisch-katholischen Kirche geregelt. Es wird auch heute noch für die Bundesrepublik Deutschland als gültig betrachtet,

erklärt Wikipedia.

Schön wäre gewesen, der Papst hätte diese Gegebenheiten nicht ausgeblendet.

Heidentum

Der Papst bezeichnet den „Führer“ als „heidnisches Idol“. Da Hitler allgemein und wohl auch für den Papst als das personifizierte Verbrechen gilt, wird der Begriff – wie seit Jahrhunderten von der Kirche – wieder mal betont negativ besetzt angewendet.

Aus dieser negativen Sicht auf das Heidentum zog die Kirche ihre „Berechtigung“, die Heiden in aller Welt nicht nur zu missionieren, ihre Art, das Göttliche zu verehren, also zu mißachten und sie in ihrer Menschenwürde tief zu treffen, sondern sie zu quälen und auszurotten, sollten sie nicht flugs zum Christentum übertreten.

Heide ist, wer aus sich heraus lebt, ohne Fremdbestimmung. Heidentum ist stolzes, eigenständiges Menschentum. Als Heide empfindet man klar die Aufgabe, die uns Menschen gegeben ist, uns als göttliche Schöpfung ernstzunehmen und zu entfalten. So etwas aber lief der Herrschsucht der christlichen Kirche zuwider. Sie sorgte daher für den Bedeutungswandel des Begriffes Heidentum.

Ausgerechnet

der Glaube an den „einen Gott“ der Bibel

soll nach Meinung des Papstes die Menschenwürde schützen, wie die Elbe-Jeetzel-Zeitung vom 23.9.11 berichtet:

Wo die Achtung vor dem einen Gott verloren gehe, gehe auch die Achtung vor der Würde des Menschen verloren.

Ausgerechnet dieser Glaube an den schrecklichen alttestamentarischen Gott, der den Juden gesagt haben soll:

Du (Israel) bist ein heilig Volk dem HErrn, deinem Gott. Dich hat der HErr, dein Gott, erwählet zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind. (5. Mose 7)

der die Juden in 5. Mos. 7 auffordert:

1. Wenn dich der HErr, dein Gott, in das Land bringt, darein du kommen wirst, es einzunehmen, und ausrottet viele Völker vor dir her … sieben Völker, die größer und stärker sind denn du;

2. Und wenn sie der HErr, dein Gott, vor dir dahingibt, daß du sie schlägst, so sollst zu sie verbannen, daß du keinen Bund mit ihnen machest noch ihnen Gunst erzeigest …

5. Sondern also sollt ihr mit ihnen tun: Ihre Altäre sollt ihr zerreißen, ihre Säulen zerbrechen, ihre Haine abhauen und ihre Götzen mit Feuer verbrennen …

16. Du wirst alle Völker verzehren, die der Herr, dein Gott, dir geben wird. Du sollst ihrer nicht schonen und ihren Göttern nicht dienen; denn das würde dir ein Strick sein.

usw.

So sah und sieht bis heute die jüdisch-christliche – nichtheidnische -  Geschichte und Politik aus. Aber der Papst blendet sie aus und zeigt – politisch korrekt – lieber mit dem Finger auf andere:

Wozu der Mensch, der Gott ablehnt (und er meint ja den biblischen!), fähig ist, und welches Gesicht ein Volk im Nein zu diesem Gott haben kann, haben die schrecklichen Bilder aus den Konzentrationslagrn bei Kriegsende gezeigt.

Schön wäre gewesen … Aber

Selbsterkenntnis und Wahrhaftigkeit waren nie die Stärken von Glaubenspotentaten.

 

Welche Macht hat doch eine so etablierte Einrichtung wie die Papst-Kirche!

Papst Benedikt XVI. alias Joseph Ratzinger (Wikipedia)

Davon können Normalsterbliche nur träumen: vor einer politischen Einrichtung wie dem deutschen Bundestag auftreten und seine Denkungsart zur Geltung bringen! Und das, obwohl zu einer aufgeklärten, freiheitlich-rechtstaatlichen Grundordnung, zu der wir Deutsche uns doch bekennen, gehört, daß die Politik Religionen gegenüber neutral bleibt.

Jetzt durfte der Vertreter des katholischen Christentums vor dem Deutschen Bundestag sprechen. Schon wird die Forderung laut, daß nun auch der Dalai Lama eingeladen werden müsse. Wann darf der Oberrabiner als Vertreter des Judentums, wann ein Hauptprediger des Islam im Deutschen Bundestag auftreten?!

Waren wir uns nicht darin einig, daß in Europa Religion Privatsache sei?

Nun zum Inhalt der Papstrede vor dem Deutschen Bundestag! Ratzinger sprach über die

Grundbegriffe Natur und Gewissen

- sehr klug – in einer Weise, die wohl jeden selbständig Denkenden anspricht, gleich welcher Denk- oder Glaubensrichtung er zugehört. Besonders gut gefällt mir sein Hinweis auf Hans Kelsens Worte, die das heute in der Wissenschaft weitgehend verfochtene Naturverständnis kennzeichnen, nämlich als

ein Aggregat von als Ursache und Wirkung miteinander verbundenen Seinstatsachen.

Aus dieser rein materialistischen, d. h. von außen herangehenden Sicht auf die Natur kann in der Tat keine Weisheit erwachsen.

Die Natur ist kein mechanistisches Räderwerk. Sie birgt so viel Willenskraft, Schönheitssinn, Harmoniestreben, soviel Weisheit, daß der Erkennende nur voller Ehrfurcht ihr gegenüber stehen oder – noch besser – sich mit ihr verbunden und eins fühlen kann. Nur im Einklang mit diesem ihr innewohnenden Wesen entstehen die großen Kulturwerke der Menschheit. Alles andere landet auf dem Müllhaufen der Geschichte.

Daher wies der Papst mit Recht diese materialistische Sichtweise zurück:

Ein positivistischer Naturbegriff, der die Natur rein funktional versteht, so wie die Naturwissenschaft sie erklärt, kann keine Brücke zu Ethos und Recht herstellen, sondern wiederum nur funktionale Antworten hervorrufen. Das gleiche gilt aber auch für die Vernunft in einem positivistischen, weithin als allein wissenschaftlich angesehenen Verständnis. Was nicht verifizierbar oder falsifizierbar ist, gehört danach nicht in den Bereich der Vernunft im strengen Sinn.

Damit spricht der Papst den Krebsschaden unserer heutigen Welt an: das Machertum, das Vernutzen der Natur, der Mutter Erde, die Irrwege der Medizin, der Weltmacht-Politik, alles angetrieben von der grenzenlosen Habgier des Menschen.

Sehr gut finde ich auch, daß Ratzinger die positiven Seiten, die das Vernunftdenken an sich ja auch hat, hervorhebt:

Das positivistische Konzept von Natur und Vernunft, die positivistische Weltsicht als Ganzes ist ein großartiger Teil menschlichen Erkennens und menschlichen Könnens, auf die wir keinesfalls verzichten dürfen. Aber es ist nicht selbst als Ganzes eine dem Menschsein in seiner Weite entsprechende und genügende  Kultur.

Und sehr mit Recht betont er das Entscheidende:

Wo die positivistische Vernunft sich allein als die genügende Kultur ansieht und alle anderen kulturellen Realitäten in den Status der Subkultur verbannt, da verkleinert sie den Menschen, ja sie bedroht seine Menschlichkeit.

Wohin hat uns der Materialismus bereits geführt?

Ratzinger findet klare Worte dazu:

Ich sage das gerade im Hinblick auf Europa, in dem weite Kreise versuchen, nur den Positivismus als gemeinsame Kultur und als gemeinsame Grundlage für die Rechtsbildung anzuerkennen, alle übrigen Einsichten und Werte unserer Kultur in den Status einer Subkultur verwiesen und damit Europa gegenüber den anderen Kulturen der Welt in einen Status der Kulturlosigkeit gerückt und zugleich extremistische und radikale Strömungen herausgefordert werden.

Die sich exklusiv gebende positivistische Vernunft, die über das Funktionieren hinaus nichts wahrnehmen kann, gleicht den Betonbauten ohne Fenster, in denen wir uns Klima und Licht selber geben, beides nicht mehr aus der weiten Welt Gottes beziehen wollen. Und dabei können wir uns doch nicht verbergen, daß wir in dieser selbstgemachten Welt im stillen doch aus den Vorräten Gottes schöpfen, die wir zu unseren Produkten umgestalten.

Die Fenster müssen wieder aufgerissen werden, wir müssen wieder die Weite der Welt, den Himmel und die Erde sehen und all dies recht zu gebrauchen lernen.

Wer wollte ihm hier wiedersprechen! Doch

bei seiner Suche nach dem Weg in die „Weite der Welt“ kommt der christliche Dogmatiker in ihm zum Zuge:

Aber wie geht das? Wie finden wir in die Weite, ins Ganze? Wie kann die Vernunft wieder ihre Größe finden, ohne ins Irrationale abzugleiten? Wie kann die Natur wieder in ihrer wahren Tiefe, in ihrem Anspruch und mit ihrer Weisung erscheinen?

Kehren wir zurück zu den Grundbegriffen Natur und Vernunft, von denen wir ausgegangen waren. Der große Theoretiker des Rechtspositivismus, Kelsen, hat im Alter von 84 Jahren – 1965 – den Dualismus von Sein und Sollen aufgegeben. Er hatte gesagt, daß Normen nur aus dem Willen kommen können.

Soweit so gut. Doch nun folgt er Kelsen offensichtlich nur zu gern weiter, der aus seiner biblischen Vorstellung von einem „Schöpfergott“ als Macher nicht loskommt:

Die Natur könnte folglich Normen nur enthalten, wenn ein Wille diese Normen in sie hineingelegt (Hvh. Adelinde) hat. Dies wiederum würde einen Schöpfergott voraussetzen, dessen Wille in die Natur miteingegangen ist. „Über die Wahrheit dieses Glaubens zu diskutieren, ist völlig aussichtslos“, bemerkt er dazu.

Der Papst fragt:

Wirklich? – möchte ich fragen. Ist es wirklich sinnlos zu bedenken, ob die objektive Vernunft, die sich in der Natur zeigt, nicht eine schöpferische Vernunft, einen Creator Spiritus voraussetzt?

Und nun kommt die übliche, immer wiederholte Behauptung, womit sich die Kirche selbst bestätigen und ihre Daseinsberechtigung unterstreichen möchte:

Von der Überzeugung eines Schöpfergottes her ist die Idee der Menschenrechte, die Idee der Gleichheit aller Menschen vor dem Recht, die Erkenntnis der Unantastbarkeit der Menschenwürde in jedem einzelnen Menschen und das Wissen um die Verantwortung der Menschen für ihr Handeln entwickelt worden.

Der Papst geht auch hier vom Machen, dem vernunftmäßigen „Entwickeln“ aus. Er merkt nicht, wie seine Religion selbst die Vorgaben für das Machertum liefert. Der – vernunftmäßig – außerhalb der Welt gedachte „Gott“ macht die Welt. Den Menschen Adam formt er aus Lehm, und diesem fertigen Erzeugnis „haucht er seinen Atem ein“.

Das ist eine kindliche Sandkasten-Vorstellung, die das Wesen des Schöpferischen nicht erkennt. Die Schaffung der Welt geschah von innen heraus, so wie auch ein wahrhaft schöpferisches Kunstwerk sein eigenes Wesen atmet, aus dem es geworden ist. Dazu im Gegensatz steht das Machwerk, das ein solches Wesen niemals atmen kann. Als gewolltes „Kunst“-Werk erscheint es uns schal,  falsch und abstoßend. Allein als technisch funktionierendes Erzeugnis hat es seine Berechtigung.

Deshalb kann Benedikt XVI. auch nur mit der immer wiederholten, begrifflich schwammigen Schlußfolgerung kommen:

Die Kultur Europas ist aus der Begegnung von Jerusalem, Athen und Rom – aus der Begegnung zwischen dem Gottesglauben Israels, der philosophischen Vernunft der Griechen und dem Rechtsdenken Roms entstanden.

Was versteht Ratzinger hier unter Kultur?

  • Gehören dazu die entsetzlichen Greuel der katholischen Inquisition, des Glaubensterrors, des Denkverbotes, der Verfolgung und grauenhaften Folterungen und Hinrichtungen von Millionen Frauen und Männern?
  • Gehören dazu die völkerzerstörenden “Heiden”-Missionen der christlichen Glaubensfanatiker?
  • Karikatur von Haizinger (Elbe-Jeetzel-Zeitung v. 24.9.2011)

  • Gehört dazu die Verführung eines Volkes zum Auserwähltheitsdünkel mit allen seinen Folgen für die Welt?
  • Gehört dazu der Dualismus der Vernunft-Philosophen seit Sokrates, der die Natur aufgespalten sieht in Materie und Geist, statt sie als Einheit zu erkennen wie Giordano Bruno, den die Heilige Inquisition der Papstkirche nach 7 Kerkerjahren in der Engelsburg von Rom mitsamt seinem Schrifttum bei lebendigem Leib als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannte?

Das Rechtsdenken, das die Würde und Freiheit des Menschen erkennt und gewahrt wissen will,  liegt tief in jeder Menschenseele, die es nur ans Licht zu heben braucht. Es ist ansprechbar und entflammbar, aber nicht aufsetzbar, lehrbar. Zwar können vorgegebene Sätze auswendig gelernt werden. Aber Nachplappern ohne eigenes seelisches Erleben und Erkennen ist wie das „tönend Erz“ und die „klingende Schelle“, von denen im Korinther-Brief die Rede ist.

Ratzinger fährt im selben Gedanken fort:

Diese dreifache Begegnung bildet die innere Identität Europas.

Wie immer in solchen Wiederholungen dieses Dogmas, das der Kirche so wohltut, werden die freiheitlichen Heiden des germanischen Nordens Europas unterschlagen. Ihr wacher Geist der Freiheit war und ist es, der die Menschenrechte einfordert. Ratzinger aber glaubt, es sei das

… Bewußtsein der Verantwortung des Menschen vor Gott

gewesen. Der Mensch wieder einmal gedacht als „vor Gott“ stehend, im Gegenüber also, nicht als Einheit mit dem Göttlichen, das sein ganzes Sein durchdringt, erhält, entfaltet und ausmacht. Keine Körperzelle kann ohne es leben. Erlischt das göttliche Leben in ihr, stirbt sie.

Somit war die Papstrede für mich teils erfreulich freidenkerisch und weise, teils aber wieder – wie nicht anders von einem Kirchenoberhaupt zu erwarten – an überholten Gottes-Vorstellungen der Bibel anhaftend.

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