Archillesferse der AIPAC verhindert den 3. Weltkrieg?
Montag, 22. März 2010 von Adelinde
Uri Avnery weiß vielleicht nicht alles über seine “Landsleute”, aber doch vieles, was der normale Goi nicht weiß. In seinem neuesten Eintrag
Die Waffe des Jüngsten Tages
in seinem Blog Frieden zwischen Israel und Palästina ist möglich!! erklärt er, warum der Lauf zum 3. Weltkrieg möglicherweise durch eine Schwachstelle der machtvollen Israel-Lobby AIPAC noch gestoppt werden könnte. Lesen Sie dort den ganzen Beitrag und hier bei Adelinde die daraus abgeleiteten Thesen:
Parallelen aus der Geschichte:
- Vor etwa 1942 Jahren begannen die Juden in der Provinz mit Namen Palästina eine Revolte gegen das Römische Reich.
- Sie eliminierten die moderaten Führer, die davor warnten, das Weltreich zu provozieren und wurden die Führer der jüdischen Bevölkerung des Landes. Sie verließen sich auf Gott.
- Vielleicht verließen sie sich auch auf die Juden in Rom und glaubten, ihr Einfluß auf den Senat würde Kaiser Nero zurückhalten.
- Nach drei Jahren wurden die Rebellen geschlagen, Jerusalem fiel, und der Tempel brannte ab. Die letzten Zeloten begingen in Masada Selbstmord.
Die Zionisten
- provozierten die Großmächte nicht,
- bemühten sich in jeder Situation, das zu erreichen, was möglich war,
- akzeptierten Kompromisse, und jeder Kompromiß diente als Grundlage für den nächsten Schritt nach vorne.
- Sie benützten klug die radikale Einstellung ihrer Gegner und gewannen so die Sympathie der ganzen Welt!!
Netanyahu & Co.
- Seit Beginn der Besatzung verdunkelte sich der Verstand der Zionisten.
- Göttliche Versprechen begannen wieder, im öffentlichen Diskurs eine Rolle zu spielen.
- Die Führer Israels begannen eine Rebellion gegen das neue Rom, sprich: USA.
- In letzter Zeit hat die ultrarechte Regierung in Jerusalem angefangen, Präsident Barack Obama mit kaum verhohlener Verachtung zu behandeln.
- Obama erscheint wie ein schwarzer Papierpanther. Er gab seine Forderung auf, den Siedlungsbau einzufrieren.
- Doch jetzt plötzlich verurteilten Obama, sein Vizepräsident und seine ranghohen Assistenten die Netanyahu-Regierung mit wachsender Schärfe.
- Außenministerin Hillary Clinton hat ein Ultimatum gestellt: Netanyahu muß alle Siedlungsaktivitäten einstellen, auch in Ost-Jerusalem; er muß sich einverstanden erklären, über alle Kernprobleme zu verhandeln, einschließlich Ost-Jerusalems und mehr.
- Netanyahu gab den Befehl, alle Reserven in Amerika zu mobilisieren und alle diplomatischen Panzer in Bewegung zu setzen.
- Alle jüdischen Organisationen in den USA wurden aufgerufen, sich der Kampagne anzuschließen.
- AIPAC blies das Schofarhorn und befahl all seinen Soldaten, den Senatoren und Kongreßleuten, das Weiße Haus zu stürmen.
Ein Feind neuer Art
- David Petraeus ist der bekannteste Offizier der US-Armee.
- Er beschloß, um die Feinde der USA zu bezwingen, die Herzen der zivilen Bevölkerung und lokale Verbündete zu gewinnen.
- Sein Erfolg führte dazu, daß seine Methode zur offiziellen Doktrin der amerikanischen Armee wurde.
- Petraeus wurde zum Chef der Koalitionskräfte im Irak und bald Chef des Zentralkommandos der US-Armee für den ganzen Nahen Osten – außer Israel und Palästina (die zum amerikanischen Kommando in Europa „gehören“).
- Sein Wort hat Gewicht. Als geachteter Militärdenker hat er keinen Rivalen.
„Wurzeln der Instabilität“ in Afghanistan, Pakistan, Iran, Irak, Jemen
- Als erstes stand der israelisch-palästinensische Konflikt auf Petraeus’ Liste.
- In seinem Bericht für das Komitee der Streitkräfte erklärte er:
Die anhaltenden Feindseligkeiten zwischen Israel und einigen seiner Nachbarn stellen besondere Herausforderungen an unsere Fähigkeit, unsere Interessen in den AOR (dem amerikanischen “Verantwortungsbereich”) voranzubringen. Der Konflikt schürt antiamerikanische Gefühle auf Grund der Wahrnehmung, daß die USA Israel bevorzugt unterstützt. Arabischer Zorn über die palästinensische Frage beeinträchtige die Stärke der USA-Partnerschaft mit Regierungen und Völkern in der AOR und schwächt die Legitimität der moderaten Regime in der arabischen Welt. Mittlerweile nützen Al-Qaida und andere militante Gruppen diesen Zorn aus, um Unterstützung zu mobilisieren. Dieser Konflikt gibt auch dem Iran durch seine Klientel – die libanesische Hisbollah und die Hamas – Einfluß auf die arabische Welt.
- Petraeus machte klar: Der israelisch-palästinensische Frieden ist keine private Angelegenheit von zwei Parteien, sondern im großen nationalen Interesse der USA.
- Das bedeutet, daß die USA ihre einseitige Unterstützung für die israelische Regierung aufgeben und die Zwei-Staaten-Lösung aufzwingen müssen.
Die Netanyahu-Regierung und die Israel-Lobby
- Sofort erklärte Netanyahu Petraeus’ Sicht als zu “eng”.
- Die Israel-Lobby beherrscht die amerikanische politische Szene grenzenlos – beinahe. Jeder amerikanische Politiker und ranghohe Beamte hat zutiefst Angst vor ihr. Die geringfügigste Abweichung von der strengen AIPAC-Linie kommt politischem Selbstmord gleich.
Die Archillesferse der AIPAC
- Wer den verwundbaren Punkt der mächtigen Israel-Lobby berührt, entmachtet sie.
- Das wurde bei der Jonathan-Pollard-Affäre deutlich. Dieser amerikanisch-jüdische Angestellte eines sensiblen Nachrichtendienstes spionierte für Israel. Die Israelis betrachten ihn als Nationalhelden, als einen Juden, der für sein Volk seine Pflicht getan hat.
- Aber für die US-Nachrichtendienste ist er ein Verräter, der das Leben vieler amerikanischer Agenten gefährdete. Er bekam keine Routinestrafe, sondern Gefängnis auf Lebenszeit.
- Seitdem haben alle amerikanischen Präsidenten die Bitten aller israelischer Regierungen, die Strafe abzumildern, zurückgewiesen. Kein Präsident wagt in dieser Sache, sich mit seinen Geheimdienstchefs anzulegen.
- Die ganze amerikanisch-jüdische Gemeinde schwieg dazu. Fast keiner hat sich für den armen Pollard eingesetzt. Warum?
- Die meisten amerikanischen Juden sind zwar bereit, alles – einfach alles – für die Regierung in Israel zu machen – mit einer Ausnahme:
- Sie werden nichts tun, was so aussieht, als ob sie die Sicherheit der USA schädigen. Wenn die Flagge der Sicherheit gehißt wird, stehen die Juden wie alle Amerikaner stramm und salutieren.
- Für sie ist es der schlimmste Alptraum: angeklagt zu werden, weil ihnen die Sicherheit Israels wichtiger ist als die der USA.
- Deshalb ist es für sie wichtig, unaufhörlich zu wiederholen, daß für sie die Interessen Israels und die der USA identisch sind.
- Und nun kommt der wichtigste General der US-Armee und sagt, daß die Politik der gegenwärtigen israelischen Regierung das Leben der amerikanischen Soldaten im Irak und Afghanistan gefährde.
- Bis jetzt ist dies nur als Nebenbemerkung in einem militärischen Dokument gesagt worden, das noch keine weite Verbreitung gefunden hat. Aber das Schwert ist aus seiner Scheide gezogen – und amerikanische Juden haben bei dem entfernten Grollen eines nahenden Erdbebens zu zittern angefangen.
Barack Hussein Obama
- Netanyahus Schwager erklärte letzte Woche, Obama sei ein „Antisemit“.
- Die offizielle Zeitung der Shas-Partei behauptete, Obama sei in Wirklichkeit ein Muslim.
- Sie vertreten die radikale Rechte und ihre Partner, die in Rede und Schrift behaupten, „Hussein“ Obama sei ein die Juden hassender Schwarzer, der bei den nächsten Kongreß- und dann bei den Präsidentenwahlen geschlagen werden müsse.
- Doch eine wichtige Umfrage in Israel, die gestern veröffentlicht wurde, zeigt, daß die große Mehrheit glaubt, Obamas Behandlung Israels sei fair.
- Obama bekam sogar eine höhere Punktzahl als Netanyahu.
- Wenn Obama entscheidet, zurückzuschlagen und seine Waffe des Jüngsten Tages zu aktivieren – die Anklage, Israel sei ein Risiko für das Leben amerikanischer Soldaten – dann könnte dies katastrophale Folgen für Israel haben.
- Als der Film „Hurt Locker“ seine Preise gewann, war die ganze amerikanische Öffentlichkeit in ihrer Sorge um das Leben ihrer Soldaten im Nahen Osten vereint.
- Wenn diese Öffentlichkeit überzeugt wird, daß Israel diesen Soldaten ein Messer in den Rücken stößt, wird es für Netanyahu eine Katastrophe werden. Und nicht nur für ihn.
Naiver Optimismus? Oder vielleicht ein berechtigter Hoffnungsschimmer?
Das Fragezeichen hinter der Überschrift ist mehr als berechtigt.
Herr Avnery, den ich als nachdenklichen Friedensfreund und Juden seit vielen Jahren sehr schätze, zeigt hier einen winzigen Hoffnungsschimmer auf, der bald wieder hinter den grauen Wolken der Wirklichkeit verschwinden wird.
Es ist nicht Shylocks Art, vom Gesetz zu lassen, selbst wenn wir Christen ihm Verzeihung, Nachsicht und Hilfe anbieten. Da die eine und einzige monotheistische “Höhere Macht” über allen Gesetzen bei Christen und Juden in sich gespalten scheint – hie die Nächstenliebe, dort die Auserwähltheit – wird es weiterhin nicht nur in Israel an der notwendigen Empathie zu den Nachbarn und deren Menschenrechte fehlen, sondern auch in den USA wird der Kampf christlicher Vertreter des Volkes der einzigartigen Gnadenlosigkeit eines sich selbst gegebenen, hartherzigen Gesetzes geopfert werden.
Wenn Amerika in den nächsten Jahren nicht endlich aus seinen evangelikalen Träumen erwacht, bleibt der 3. Weltkrieg unvermeidlich, weil die zionistische Idee dahin führen wird. Wie gnadenlos dies geschehen wird, ist bereits im Alten Testament bei Mose nachzulesen.