<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
		>
<channel>
	<title>Kommentare zu: Bachs Johannes-Passion in der Kirche eines Marktfleckens</title>
	<atom:link href="http://www.adelinde.net/2608/bachs-johannes-passion-in-der-kirche-eines-marktfleckens/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.adelinde.net/2608/bachs-johannes-passion-in-der-kirche-eines-marktfleckens/</link>
	<description>Was mich bewegt, bewegt vielleicht auch andere.</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 13:20:15 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.1</generator>
	<item>
		<title>Von: Astrid</title>
		<link>http://www.adelinde.net/2608/bachs-johannes-passion-in-der-kirche-eines-marktfleckens/comment-page-1/#comment-5829</link>
		<dc:creator>Astrid</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Mar 2010 12:26:59 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.adelinde.net/?p=2608#comment-5829</guid>
		<description>Auch ich hätte das Gleiche empfunden dabei. Auch ich hätte als Chormitglied wohl schizophren sein müsssen, um beides, Musik UND Text, mit voller Inbrunst singen zu können. Doch auch ich bin &quot;leider&quot; nicht schizophren.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Auch ich hätte das Gleiche empfunden dabei. Auch ich hätte als Chormitglied wohl schizophren sein müsssen, um beides, Musik UND Text, mit voller Inbrunst singen zu können. Doch auch ich bin &#8220;leider&#8221; nicht schizophren.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Mithus</title>
		<link>http://www.adelinde.net/2608/bachs-johannes-passion-in-der-kirche-eines-marktfleckens/comment-page-1/#comment-5803</link>
		<dc:creator>Mithus</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 16:14:13 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.adelinde.net/?p=2608#comment-5803</guid>
		<description>Glücklicherweise kann auch hier - wie bei der Matthäus-Passion - der alte christozentrisch-trinitarische Text der Traditionslehre der Musik keinen Schaden zufügen. Nicht der Text erschüttert die Seelen, sondern die Musik! Und die bildet die weitaus bessere Sprache aus, Sprache der Verkündigung der frohen Botschaft (=Evangelium).

Entschuldigen kann man das historisch, denn z. Zt. Bachs konnten die Ergebnisse der wissenschaftlich-kritisch-historischen Bibelforschung noch nicht vorliegen. Ich zitiere den Dogmatikprofessor H. M. Kuiter aus seinem Buch &quot;Kein zweiter Gott&quot;:

&quot;Jahrhundertelang war die kirchliche Lehre über Jesus unantastbar: Jesus Christus ist Gottes Sohn, Gott von Gott, wahrer Gott und wahrer Mensch. Diese Einheit ist auch innerhalb der Kirchen verloren gegangen, die Mehrheit der Gläubigen orientierungslos. Die kirchliche Christologie, die klassische Lehre von den zwei Naturen, hat ihre Zeit gehabt.&quot;

Ähnliches findet sich bei den Theologie-Professoren Klaus Peter Jörns und James M. Robinson, die ebenfalls den notwendigen Abschied von unzumutbaren Mythen und archaischen Mustern nehmen.

Heutige Reformbestrebungen zielen dahin, das Evangelium des Jesus v. Nazareth, seinen Geist und seine befreiende Botschaft von der Liebe Gottes als  d a s  Heilsgeschehen in den Vordergrund zu stellen und nicht seine Person, seinen Leib  in Zusammenhang mit der unsäglichen Erbsünden-Idee zu bringen. Jesus ging aus dieser Sicht freiwillig zur Rettung seiner Authentizität und Überzeugungskraft in Kenntnis der staatlichen Sanktionen in den Tod. Ein Opfer des Geistes also und kein Schlacht- und Blutopfer zur Selbstbesänftigung Gottes.
 
Leider steht von seiner frohen Botschaft nichts im Credo! Dies ist ein offenkundiger Hinweis auf ein falsches Verständnis von Jesus. Das führt dann zwangsläufig zum falschen Bekenntnis, der Grund, weshalb ich mich von der Kirche, nicht vom Glauben abgewandt habe. Der Ap. Paulus hat das Konzept Jesu - soweit es nicht &quot;nur&quot; ethisch-moralisch, sondern als Gottesbotschaft an die Lebenden verstanden werden will (=hervorgehoben durch die Diesbezüglichkeit; Gegensatz: Jenseitsvertröstung) überhaupt nicht verstanden. Jesus als strenger Jude und Ausschließlichkeitsmissionar seiner Glaubensbrüder konnte und durfte sich auch nicht als Messias verstehen. Er hat es auch nicht! Das wäre nach jüdischem Glauben pure Gotteslästerung gewesen, worauf die Todesstrafe stand. 

Weil aber das Festhalten an überholten, traditionellen Mythen heute mehr und mehr auch von den Laien erkannt wird, ohne dass man sie lieblos der &quot;Beliebigkeit&quot; bezichtigen dürfte, leeren sich die Kirchen zusehends. Das ist umso bedauerlicher, weil die Kirchen Kulturträger ersten Ranges waren. Werden die Kirchen insoweit ihrer geistigen Verantwortung noch gerecht?

Christlicher Glaube sollte nicht länger durch die Kirche ex cathedra diktiert und formuliert werden, sondern die Menschen sollten durch die Kirche befähigt werden, aus eigener Fähigkeit zur Reflektion, mitunter erweitert durch mystische Erfahrung und Empfindsamskeits-Begabung, den geistig-redlichen Weg zu Gott - oder zu dem, was Jesus als &quot;Reich Gottes&quot; auf Erden nennt - in den Grenzen der Vernunft einerseits, aber auch in der Vertrauensbereitschaft eines Kindes andererseits zu finden. Das dürfte seit Kant keine Streifrage mehr sein. Die Vernunft zu leugnen kennzeichnet den Christen nicht, sondern sie zu nutzen, so weit sie reicht, also begrenzt ist und dann alles Weitere, das höher als alle Vernunft ist, in Gottes Hand zu legen oder zu lassen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Glücklicherweise kann auch hier &#8211; wie bei der Matthäus-Passion &#8211; der alte christozentrisch-trinitarische Text der Traditionslehre der Musik keinen Schaden zufügen. Nicht der Text erschüttert die Seelen, sondern die Musik! Und die bildet die weitaus bessere Sprache aus, Sprache der Verkündigung der frohen Botschaft (=Evangelium).</p>
<p>Entschuldigen kann man das historisch, denn z. Zt. Bachs konnten die Ergebnisse der wissenschaftlich-kritisch-historischen Bibelforschung noch nicht vorliegen. Ich zitiere den Dogmatikprofessor H. M. Kuiter aus seinem Buch &#8220;Kein zweiter Gott&#8221;:</p>
<p>&#8220;Jahrhundertelang war die kirchliche Lehre über Jesus unantastbar: Jesus Christus ist Gottes Sohn, Gott von Gott, wahrer Gott und wahrer Mensch. Diese Einheit ist auch innerhalb der Kirchen verloren gegangen, die Mehrheit der Gläubigen orientierungslos. Die kirchliche Christologie, die klassische Lehre von den zwei Naturen, hat ihre Zeit gehabt.&#8221;</p>
<p>Ähnliches findet sich bei den Theologie-Professoren Klaus Peter Jörns und James M. Robinson, die ebenfalls den notwendigen Abschied von unzumutbaren Mythen und archaischen Mustern nehmen.</p>
<p>Heutige Reformbestrebungen zielen dahin, das Evangelium des Jesus v. Nazareth, seinen Geist und seine befreiende Botschaft von der Liebe Gottes als  d a s  Heilsgeschehen in den Vordergrund zu stellen und nicht seine Person, seinen Leib  in Zusammenhang mit der unsäglichen Erbsünden-Idee zu bringen. Jesus ging aus dieser Sicht freiwillig zur Rettung seiner Authentizität und Überzeugungskraft in Kenntnis der staatlichen Sanktionen in den Tod. Ein Opfer des Geistes also und kein Schlacht- und Blutopfer zur Selbstbesänftigung Gottes.</p>
<p>Leider steht von seiner frohen Botschaft nichts im Credo! Dies ist ein offenkundiger Hinweis auf ein falsches Verständnis von Jesus. Das führt dann zwangsläufig zum falschen Bekenntnis, der Grund, weshalb ich mich von der Kirche, nicht vom Glauben abgewandt habe. Der Ap. Paulus hat das Konzept Jesu &#8211; soweit es nicht &#8220;nur&#8221; ethisch-moralisch, sondern als Gottesbotschaft an die Lebenden verstanden werden will (=hervorgehoben durch die Diesbezüglichkeit; Gegensatz: Jenseitsvertröstung) überhaupt nicht verstanden. Jesus als strenger Jude und Ausschließlichkeitsmissionar seiner Glaubensbrüder konnte und durfte sich auch nicht als Messias verstehen. Er hat es auch nicht! Das wäre nach jüdischem Glauben pure Gotteslästerung gewesen, worauf die Todesstrafe stand. </p>
<p>Weil aber das Festhalten an überholten, traditionellen Mythen heute mehr und mehr auch von den Laien erkannt wird, ohne dass man sie lieblos der &#8220;Beliebigkeit&#8221; bezichtigen dürfte, leeren sich die Kirchen zusehends. Das ist umso bedauerlicher, weil die Kirchen Kulturträger ersten Ranges waren. Werden die Kirchen insoweit ihrer geistigen Verantwortung noch gerecht?</p>
<p>Christlicher Glaube sollte nicht länger durch die Kirche ex cathedra diktiert und formuliert werden, sondern die Menschen sollten durch die Kirche befähigt werden, aus eigener Fähigkeit zur Reflektion, mitunter erweitert durch mystische Erfahrung und Empfindsamskeits-Begabung, den geistig-redlichen Weg zu Gott &#8211; oder zu dem, was Jesus als &#8220;Reich Gottes&#8221; auf Erden nennt &#8211; in den Grenzen der Vernunft einerseits, aber auch in der Vertrauensbereitschaft eines Kindes andererseits zu finden. Das dürfte seit Kant keine Streifrage mehr sein. Die Vernunft zu leugnen kennzeichnet den Christen nicht, sondern sie zu nutzen, so weit sie reicht, also begrenzt ist und dann alles Weitere, das höher als alle Vernunft ist, in Gottes Hand zu legen oder zu lassen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>

