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	<title>Kommentare zu: Stimmen der Vernunft in einem Meer des Wahnsinns</title>
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	<description>Was mich bewegt, bewegt vielleicht auch andere.</description>
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		<title>Von: Adelinde</title>
		<link>http://www.adelinde.net/178/stimmen-der-vernunft-in-einem-meer-des-wahnsinns/comment-page-1/#comment-70</link>
		<dc:creator>Adelinde</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Feb 2008 14:53:34 +0000</pubDate>
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		<description>Auch für mich ist ein &quot;Nahost-Stil&quot;, den Hamad reklamiert, nicht hinnehmbar. Ich stimme Dir aus vollem Herzen zu, lieber Mithus, wenn Du die Menschenrechte als für alle Menschen ausnahmslos gültig erklärst.

Bei Hélène Grimaud (&quot;Wolfssonate&quot;) las ich kürzlich von einem jüdischen Gottsucher, der Gott nach langer vergeblicher Suche schließlich in sich selbst fand. 

Dahin sollten alle Menschen kommen, auf das Göttliche in der eigenen Seele zu horchen, so daß sie ihr Gewissen nicht mehr von einem erdachten außerweltlichen &quot;Gott-General&quot; und seinen irdischen &quot;Unteroffizieren&quot;, den Imamen, Rabbis und Priestern, fremdsteuern lassen, sondern sich nach sich selbst richten, nach dem in der eigenen Seele schlummernden göttlichen Willen zum Guten, Wahren und Schönen.

Nach ihrer inneren Befreiung von den religiösen Dogmen  kämen die Menschen - gleich welcher Rasse oder Volkszugehörigkeit - darauf, daß jeder Mensch ein Recht auf Freiheit und Achtung seiner Menschenwürde hat.

Das kompromißlose Alles-oder-Nichts-Denken richtet sich wider alle Vernunft und hält den Wahnsinn ununterbrochenen Völker- und Glaubenshasses am Lodern, der nichts als Gewalt und Zerstörung bewirkt und zu rechtfertigen sucht. 

An der Loslösung aller Menschen von außerweltlichen Göttern führt kein Weg zum Frieden vorbei.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Auch für mich ist ein &#8220;Nahost-Stil&#8221;, den Hamad reklamiert, nicht hinnehmbar. Ich stimme Dir aus vollem Herzen zu, lieber Mithus, wenn Du die Menschenrechte als für alle Menschen ausnahmslos gültig erklärst.</p>
<p>Bei Hélène Grimaud (&#8220;Wolfssonate&#8221;) las ich kürzlich von einem jüdischen Gottsucher, der Gott nach langer vergeblicher Suche schließlich in sich selbst fand. </p>
<p>Dahin sollten alle Menschen kommen, auf das Göttliche in der eigenen Seele zu horchen, so daß sie ihr Gewissen nicht mehr von einem erdachten außerweltlichen &#8220;Gott-General&#8221; und seinen irdischen &#8220;Unteroffizieren&#8221;, den Imamen, Rabbis und Priestern, fremdsteuern lassen, sondern sich nach sich selbst richten, nach dem in der eigenen Seele schlummernden göttlichen Willen zum Guten, Wahren und Schönen.</p>
<p>Nach ihrer inneren Befreiung von den religiösen Dogmen  kämen die Menschen &#8211; gleich welcher Rasse oder Volkszugehörigkeit &#8211; darauf, daß jeder Mensch ein Recht auf Freiheit und Achtung seiner Menschenwürde hat.</p>
<p>Das kompromißlose Alles-oder-Nichts-Denken richtet sich wider alle Vernunft und hält den Wahnsinn ununterbrochenen Völker- und Glaubenshasses am Lodern, der nichts als Gewalt und Zerstörung bewirkt und zu rechtfertigen sucht. </p>
<p>An der Loslösung aller Menschen von außerweltlichen Göttern führt kein Weg zum Frieden vorbei.</p>
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		<title>Von: Mithus</title>
		<link>http://www.adelinde.net/178/stimmen-der-vernunft-in-einem-meer-des-wahnsinns/comment-page-1/#comment-69</link>
		<dc:creator>Mithus</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Feb 2008 14:22:44 +0000</pubDate>
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		<description>Vernunft oder Wahnsinn? – sind das wirklich die Alternativen, die ausschließlich im jüdisch-palästinischen Konflikt im Widerstreit stehen? Die Praxis hofiert doch den Wahnsinn weltweit! So sympathisch und einsichtig, wie auf den ersten Blick die Sicht des  J. Hamad ist, die H. M. Broder zitiert, es ist Innehalten und Umsicht geboten. Die Feststellung, Vernunft möge an die Stelle des herrschenden Wahnsinns auf beiden Seiten treten, ist dem Vokabular der Sonntagsreden entlehnt, und sie verkennt, dass es die Möglichkeit gibt, von dritter Seite etwas dagegen zu tun. Es kann nicht Sache der Israelis und der von ihnen unterdrückten und entwürdigten Palästinenser allein sein!  Wer sollte sich dort und anderswo schon gegen die Vernunft aussprechen? Das tiefere Problem wird aber erst deutlich, wenn klargestellt ist, was denn unter Hintanstellung von den jeweiligen Interessenabwägungen für die Problemlösung objektiv und aus neutraler Sicht Dritter „vernünftig“ ist oder noch deutlicher: was in der globalen Überzeugung als gemeinsamer Konsens akzeptiert ist und eigentlich von daher in diese Richtung umgesetzt werden müsste.  Wir sähen dann schnell ein, dass mit „Vernunft“ nur jene Logik des Geistes und des Herzens gemeint sein kann, die nicht von egoistisch-autistisch-politischen Interessenlagen bestimmt wird, sondern von der vorrangigen Geltung und Durchsetzung der Menschenrechte schlechthin und in Nah-Ost ganz besonders dringlich. Denn Menschenrechte sind universales Recht und dieses geht jedem Gesetz im Range vor, auch biblischem Recht. 
Unter dieser Prämisse  müssen wir dann die Argumentation sowohl des J. Hamad  als auch die des M. Broder kritischer betrachten. Denn die Frage Hamads „warum bisher keine Friedensbemühungen auf nationaler wie internationaler Ebene gefruchtet haben?“ ließe sich dann besser beantworten. Sowohl nach christlicher, jüdischer und muslimischer übereinstimmender Sicht geht es allein darum, inwieweit das universale Recht auf Menschenwürde, Freiheit, Leben und körperliche Unversehrtheit grundlegende Beachtung findet. Wäre man sich auf nationaler Ebene einig über den Vorrang der Menschenrechte, engte sich der Raum der Hegemoniebestrebungen Israels deutlich ein. Das wiederum zwänge die streitenden Parteien zum „Peace now!“- Gedanken, mithin zur Zusammenarbeit im Geiste des zitierten Rabbi Menachem Fruman. 
Und international gilt absolut das Gleiche. Wie aber verhalten sich  z.B. die USA und Europa als die maßgeblichen internationalen und sehr einseitigen Unterstützer der israelischen Politik? Reflektieren sie die Einhaltung der Menschenrechte in Palästina auch im Blick auf die faktisch Unterworfenen? Keineswegs! Auch hier Autismus und Parteilichkeit, statt objektivierbarer Menschlichkeit? Man muß es so sehen! Hier wird doch Ethik und Moral ganz geleugnet oder sehr, sehr tief gehängt. Ist das wirklich alles dem Holocaust geschuldet? Darf nationalsozialistisches Unrecht Quell neuen Menschenunrechts sein?

Im Nah-Ostkonflikt ist der Konsens über die vorrangige Beachtung der Menschenrechte durch den Zionismus klar durchbrochen, es herrscht Kriegszustand, in dem die Menschenrechte nicht mehr gelten. Und zur Rechtfertigung verweist man auf alte, heute nicht mehr halt- und hinnehmbare biblische Ermächtigungen und Gesetze. Nach christlichem Verständnis, wie es in Europa anzutreffen ist, sind Gesetze dem höherrangigen Recht unterworfen. Auch Israel genießt keinerlei Sonderrechte, wenn es sich diese auch immer wieder neu zubilligt. Die mosaischen Gesetzes und Schriften,  die angeblich den Juden im Namen Gottes das Recht einräumen, fremde Völker zu unterwerfen, zu hintergehen, zu verjagen, zu töten oder als Nichtmenschen zu betrachten, taugen für das globale Recht auf Menschenwürde, Friede und Gerechtigkeit nicht, sie sind kontraproduktiv. Und das ist allen, von G.W. Bush bis hin zu A. Merkel u. a. durchaus bekannt. Warum stehen diese berufenen Vertreter des demokratischen und völkerrechtlichen Freiheitsgedankens nicht gegen den Wahnsinn auf, sondern unterstützen ihn noch durch Heuchelei und Zulassen der medialen Manipulation der Weltmeinung? Es ist eben nicht Allgemeingut und allseits akzeptiert, dass Israel durch den angeblichen „Bund“ mit Gott – bedenke: Bibelwort ist Menschenwort und keine Offenbarung des Gotteswillens – Ausnahmerechte geltend machen kann. Aber dagegen  komme erst einmal einer mit Vernunft an, noch dazu als Deutscher!
    
Diese ungute Saat alttestamentarischer Sicht trägt nun bis auf den heutigen Tag jene Früchte, die  in Israel mehrheitlich unbeirrbare Abnehmer findet und zu dem von J. Hamad erwähnten beiderseitigen Wahnsinn beiträgt, sei es auf der einen Seite als actio, sei es auf der anderen als re-actio. Religiöse oder pseudoreligiöse Rechtfertigung beidseits setzt hier die Vernunft und die Menschenrechte ausser Kraft. 

Kann man es jedoch den palästinensischen Opfern der israelischen Besatzungs- und Vertreibungs- bzw. Ausrottungspolitik – es sind ja nicht nur Muslime betroffen und es sind auch nicht sie, die den Zionismus ins Land gerufen haben -  angesichts des israelischen Autismus und ihrer religiösen Rechtfertigungslehre nun wirklich zumuten – unterstellt sie hätten die politische Reife der führenden, europäisch geschulten  Israelis, –  nichts gegen die religiös verbrämte Gewalt und  Unvernunft zu unternehmen, wo doch der Wahnsinn die Herrschaft hat? Kurz: Kann man religiösem Starrsinn mit Vernunft begegnen? Was bleibt denn mehr als Gewalt, wenn die Vernunft längst zur Strecke gebracht ist: es bleibt die Waffengleichheit der Unvernunft und das ist eben die nackte Gewalt, die wir täglich sehen.

Die Überwindung  des beiderseitigen Wahnsinns ist somit nur möglich durch  Maßnahmen Dritter, die allein dem universalen Konsens zur Durchsetzung der Menschenrechte geschuldet sind. In der Praxis bedeutet dies:
a) eine zeitlich befristete Militär- und Verwaltungsdiktatur in Nah-Ost bis zur Konstituierung zweier Staaten in festen, unantastbaren, garantierten Grenzen, kontrolliert durch die Mehrheit in der Uno und ihrer Einsatzkräfte, die durch ein Veto nicht beeinträchtigt werden dürfen; also Änderung der Abstimmungsmodi in der UNO. Die Freiheit und Demokratie, die man auf diese Weise in Afghanistan, Irak und anderswo herbeizwingen will, kann man auch in Nah-Ost auf diese Weise erzwingen, sofern man die Parteilichkeit* ablegt. 
b) Ist dies  – gegen die Stimmen der USA, Israels** u. a. – nicht möglich, dann bleibt nur die 
     aa) politische  Ächtung   Israels  weltweit, weil es  die  Menschenrechte gegen  alle  Vernunft  gefährdet  und  außer  Kraft  setzt.  
          Diese Ächtung ist weltweit auf allen  politischen  und  weltwirtschaftlichen Ebenen durch Embargos und Boykotts  aller  Staaten  zu veranlassen,  die   sich   der   Menschenrechtscharta  gegenüber verpflichtet haben.***
     bb) gesellschaftliche Ächtung auf allen Gebieten all derer, die sich dem Vorrang der Menschenrechte in den  Weg  stellen, vor  allem in den medialen Bereichen. 

Schlusswort: Der weltweite Konsens über den Vorrang der Menschenrechte erzwingt ein Handeln all derer, die sich die freiheitliche, demokratische Grundordnung in sozial vertretbaren Rahmen auf die Fahne geschrieben haben. Und dies ausnahmslos! 

*  Trotz der eindeutigen Parteinahme für den Staat Israel in Deutschland: Auch in Deutschland mit seiner besonderen Verantwortung für Israel gilt der Vorrang der Menschenrechte.   
** Israel wird hier geostrategisch als „Brückenkopf“ der USA gesehen und dient der Vorbereitung der kriegerischen Eroberung aller Ölressourcen in Nah-Ost. Von daher ist wenig Hoffnung gegeben, dass sich die Weltmacht USA jemals zum unparteiischen Schlichter entwickeln könnte.
*** Da es noch keinen palästinensischen Staat gibt, muß hier die Einschränkung auf Israel gemacht werden.

Mithus</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vernunft oder Wahnsinn? – sind das wirklich die Alternativen, die ausschließlich im jüdisch-palästinischen Konflikt im Widerstreit stehen? Die Praxis hofiert doch den Wahnsinn weltweit! So sympathisch und einsichtig, wie auf den ersten Blick die Sicht des  J. Hamad ist, die H. M. Broder zitiert, es ist Innehalten und Umsicht geboten. Die Feststellung, Vernunft möge an die Stelle des herrschenden Wahnsinns auf beiden Seiten treten, ist dem Vokabular der Sonntagsreden entlehnt, und sie verkennt, dass es die Möglichkeit gibt, von dritter Seite etwas dagegen zu tun. Es kann nicht Sache der Israelis und der von ihnen unterdrückten und entwürdigten Palästinenser allein sein!  Wer sollte sich dort und anderswo schon gegen die Vernunft aussprechen? Das tiefere Problem wird aber erst deutlich, wenn klargestellt ist, was denn unter Hintanstellung von den jeweiligen Interessenabwägungen für die Problemlösung objektiv und aus neutraler Sicht Dritter „vernünftig“ ist oder noch deutlicher: was in der globalen Überzeugung als gemeinsamer Konsens akzeptiert ist und eigentlich von daher in diese Richtung umgesetzt werden müsste.  Wir sähen dann schnell ein, dass mit „Vernunft“ nur jene Logik des Geistes und des Herzens gemeint sein kann, die nicht von egoistisch-autistisch-politischen Interessenlagen bestimmt wird, sondern von der vorrangigen Geltung und Durchsetzung der Menschenrechte schlechthin und in Nah-Ost ganz besonders dringlich. Denn Menschenrechte sind universales Recht und dieses geht jedem Gesetz im Range vor, auch biblischem Recht.<br />
Unter dieser Prämisse  müssen wir dann die Argumentation sowohl des J. Hamad  als auch die des M. Broder kritischer betrachten. Denn die Frage Hamads „warum bisher keine Friedensbemühungen auf nationaler wie internationaler Ebene gefruchtet haben?“ ließe sich dann besser beantworten. Sowohl nach christlicher, jüdischer und muslimischer übereinstimmender Sicht geht es allein darum, inwieweit das universale Recht auf Menschenwürde, Freiheit, Leben und körperliche Unversehrtheit grundlegende Beachtung findet. Wäre man sich auf nationaler Ebene einig über den Vorrang der Menschenrechte, engte sich der Raum der Hegemoniebestrebungen Israels deutlich ein. Das wiederum zwänge die streitenden Parteien zum „Peace now!“- Gedanken, mithin zur Zusammenarbeit im Geiste des zitierten Rabbi Menachem Fruman.<br />
Und international gilt absolut das Gleiche. Wie aber verhalten sich  z.B. die USA und Europa als die maßgeblichen internationalen und sehr einseitigen Unterstützer der israelischen Politik? Reflektieren sie die Einhaltung der Menschenrechte in Palästina auch im Blick auf die faktisch Unterworfenen? Keineswegs! Auch hier Autismus und Parteilichkeit, statt objektivierbarer Menschlichkeit? Man muß es so sehen! Hier wird doch Ethik und Moral ganz geleugnet oder sehr, sehr tief gehängt. Ist das wirklich alles dem Holocaust geschuldet? Darf nationalsozialistisches Unrecht Quell neuen Menschenunrechts sein?</p>
<p>Im Nah-Ostkonflikt ist der Konsens über die vorrangige Beachtung der Menschenrechte durch den Zionismus klar durchbrochen, es herrscht Kriegszustand, in dem die Menschenrechte nicht mehr gelten. Und zur Rechtfertigung verweist man auf alte, heute nicht mehr halt- und hinnehmbare biblische Ermächtigungen und Gesetze. Nach christlichem Verständnis, wie es in Europa anzutreffen ist, sind Gesetze dem höherrangigen Recht unterworfen. Auch Israel genießt keinerlei Sonderrechte, wenn es sich diese auch immer wieder neu zubilligt. Die mosaischen Gesetzes und Schriften,  die angeblich den Juden im Namen Gottes das Recht einräumen, fremde Völker zu unterwerfen, zu hintergehen, zu verjagen, zu töten oder als Nichtmenschen zu betrachten, taugen für das globale Recht auf Menschenwürde, Friede und Gerechtigkeit nicht, sie sind kontraproduktiv. Und das ist allen, von G.W. Bush bis hin zu A. Merkel u. a. durchaus bekannt. Warum stehen diese berufenen Vertreter des demokratischen und völkerrechtlichen Freiheitsgedankens nicht gegen den Wahnsinn auf, sondern unterstützen ihn noch durch Heuchelei und Zulassen der medialen Manipulation der Weltmeinung? Es ist eben nicht Allgemeingut und allseits akzeptiert, dass Israel durch den angeblichen „Bund“ mit Gott – bedenke: Bibelwort ist Menschenwort und keine Offenbarung des Gotteswillens – Ausnahmerechte geltend machen kann. Aber dagegen  komme erst einmal einer mit Vernunft an, noch dazu als Deutscher!</p>
<p>Diese ungute Saat alttestamentarischer Sicht trägt nun bis auf den heutigen Tag jene Früchte, die  in Israel mehrheitlich unbeirrbare Abnehmer findet und zu dem von J. Hamad erwähnten beiderseitigen Wahnsinn beiträgt, sei es auf der einen Seite als actio, sei es auf der anderen als re-actio. Religiöse oder pseudoreligiöse Rechtfertigung beidseits setzt hier die Vernunft und die Menschenrechte ausser Kraft. </p>
<p>Kann man es jedoch den palästinensischen Opfern der israelischen Besatzungs- und Vertreibungs- bzw. Ausrottungspolitik – es sind ja nicht nur Muslime betroffen und es sind auch nicht sie, die den Zionismus ins Land gerufen haben &#8211;  angesichts des israelischen Autismus und ihrer religiösen Rechtfertigungslehre nun wirklich zumuten – unterstellt sie hätten die politische Reife der führenden, europäisch geschulten  Israelis, –  nichts gegen die religiös verbrämte Gewalt und  Unvernunft zu unternehmen, wo doch der Wahnsinn die Herrschaft hat? Kurz: Kann man religiösem Starrsinn mit Vernunft begegnen? Was bleibt denn mehr als Gewalt, wenn die Vernunft längst zur Strecke gebracht ist: es bleibt die Waffengleichheit der Unvernunft und das ist eben die nackte Gewalt, die wir täglich sehen.</p>
<p>Die Überwindung  des beiderseitigen Wahnsinns ist somit nur möglich durch  Maßnahmen Dritter, die allein dem universalen Konsens zur Durchsetzung der Menschenrechte geschuldet sind. In der Praxis bedeutet dies:<br />
a) eine zeitlich befristete Militär- und Verwaltungsdiktatur in Nah-Ost bis zur Konstituierung zweier Staaten in festen, unantastbaren, garantierten Grenzen, kontrolliert durch die Mehrheit in der Uno und ihrer Einsatzkräfte, die durch ein Veto nicht beeinträchtigt werden dürfen; also Änderung der Abstimmungsmodi in der UNO. Die Freiheit und Demokratie, die man auf diese Weise in Afghanistan, Irak und anderswo herbeizwingen will, kann man auch in Nah-Ost auf diese Weise erzwingen, sofern man die Parteilichkeit* ablegt.<br />
b) Ist dies  – gegen die Stimmen der USA, Israels** u. a. – nicht möglich, dann bleibt nur die<br />
     aa) politische  Ächtung   Israels  weltweit, weil es  die  Menschenrechte gegen  alle  Vernunft  gefährdet  und  außer  Kraft  setzt.<br />
          Diese Ächtung ist weltweit auf allen  politischen  und  weltwirtschaftlichen Ebenen durch Embargos und Boykotts  aller  Staaten  zu veranlassen,  die   sich   der   Menschenrechtscharta  gegenüber verpflichtet haben.***<br />
     bb) gesellschaftliche Ächtung auf allen Gebieten all derer, die sich dem Vorrang der Menschenrechte in den  Weg  stellen, vor  allem in den medialen Bereichen. </p>
<p>Schlusswort: Der weltweite Konsens über den Vorrang der Menschenrechte erzwingt ein Handeln all derer, die sich die freiheitliche, demokratische Grundordnung in sozial vertretbaren Rahmen auf die Fahne geschrieben haben. Und dies ausnahmslos! </p>
<p>*  Trotz der eindeutigen Parteinahme für den Staat Israel in Deutschland: Auch in Deutschland mit seiner besonderen Verantwortung für Israel gilt der Vorrang der Menschenrechte.<br />
** Israel wird hier geostrategisch als „Brückenkopf“ der USA gesehen und dient der Vorbereitung der kriegerischen Eroberung aller Ölressourcen in Nah-Ost. Von daher ist wenig Hoffnung gegeben, dass sich die Weltmacht USA jemals zum unparteiischen Schlichter entwickeln könnte.<br />
*** Da es noch keinen palästinensischen Staat gibt, muß hier die Einschränkung auf Israel gemacht werden.</p>
<p>Mithus</p>
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