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	<title>Kommentare zu: Schiller-Wörter, Schiller-Worte</title>
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	<description>Was mich bewegt, bewegt vielleicht auch andere.</description>
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		<title>Von: Mithus</title>
		<link>http://www.adelinde.net/1291/schiller-worter-schiller-worte/comment-page-1/#comment-4443</link>
		<dc:creator>Mithus</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 06:39:15 +0000</pubDate>
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		<description>Liebe Adelinde,

für dieses, Dein Bekenntnis bin ich sehr froh und dankbar.

Ich möchte in dieses mich wahnsinnig bewegende Thema - Religion -  noch einmal einsteigen und zunächst auf Spinoza hinweisen, aber auch auf Kant. Ich lehne mich dabei eng an die jüngste Befassung mit dem frz. Philosophen Comte-Sponville an, auf den ich bereits aufmerksam gemacht habe. Ich habe halt seine Ideen noch frisch im Kopf:

a) Comte-Sponville: &quot;Spinoza war nicht christlicher als ich, jedenfalls glaubte er an keinen transzendenten Gott. Ihn wie mich hindert dies nicht daran, in Jesus einen Lehrer erster Güte zu sehen. Für mich war Jesus kein Gott&quot;, [also auch kein dritter Teil von einem solchen und auch] &quot;nicht der Sohn Gottes&quot;. Klammerinhalt von mir.

Jesus war für Spinoza &quot;der größte Philosoph&quot;. Jesus wußte am besten zu sagen, &quot;was an ethischen Dingen das Wichtigste sei.&quot; Dass &quot;Gerechtigkeit und Barmherzigkeit&quot; das ganze Gesetz sind, dass es keine andere Weisheit gibt, als zu lieben, und keine andere Tugend für einen freien Geist, als &quot;[humanistisch] gut zu handeln und fröhlich zu sein&quot;. [  ] wie oben und nachfolgend. 

Spinoza nennt das &quot;Geist Christi&quot; [vergl. das oft von Frau R. Lapide unterschlagene Jesuswort in Matth. 5, 20]. &quot;Kann man diese Botschaft Jesu etwa überhören, bloß weil man Atheist ist? [Ich selbst unterscheide deswegen zwischen Atheist und A-Theist = Nontheist. 

Letztere weisen personale Gottesbilder von sich, sind aber christlichen Bekenntnisses im Sinne der Botschaft Jesu. A-Theisten sind Apologeten der frohen Botschaft Jesu. Aber nur in diesem engeren Verständnis bezeichne ich mich als Christ, obgleich Jesus mit der paulinischen Christologie gar nichts am Hute hatte. Schließlich war er lange tot, als Paulus auftrat.]

b) Auch Kant als gläubiger Philosoph landet in seiner &quot;Kritik der reinen Vernunft&quot; bei den drei Fragen:

Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen?

Er stellt also das Wissen (den Verstand) neben die Moral und macht diese nebst der Zukunftshoffnung nicht von einer Religion abhängig. Er kehrt es sogar um und sagt in seiner Kritik der praktischen Vernunft: Religion ist nicht das Fundament der Moral, sondern die Moral ist das Fundnament der Religion. 

Religion, so präzisiert Kant, sei die Erkenntnis aller Pflichten als göttlich zu bezeichnender Gebote. Und diese Erkenntnis ist nichts anderes als das Bekenntnis zu den Werten, die geschichtlich im Abendland als ehern erwachsen waren. Ja, waren! 

Das gemeinsame Bekenntnis zu den Werten wie Gerechtigkiet und Barmherzigkeit, Güte und Achtsamkeit und tauserderlei mehr, die unsere Gesellschaften im Abendland lange prägten und heute unterzugehen scheinen, ein Bekenntnis, das übernational, fern jeden Rassisimusses ist, ist für mich auch heute noch die Grundlage dafür, dass ich christlich im Sinne der jesuanischen Philosophie bleiben möchte.

Die Moderne sieht das inzwischen anders (Stichwort: Neoliberalismus und Mammonglaube).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Adelinde,</p>
<p>für dieses, Dein Bekenntnis bin ich sehr froh und dankbar.</p>
<p>Ich möchte in dieses mich wahnsinnig bewegende Thema &#8211; Religion &#8211;  noch einmal einsteigen und zunächst auf Spinoza hinweisen, aber auch auf Kant. Ich lehne mich dabei eng an die jüngste Befassung mit dem frz. Philosophen Comte-Sponville an, auf den ich bereits aufmerksam gemacht habe. Ich habe halt seine Ideen noch frisch im Kopf:</p>
<p>a) Comte-Sponville: &#8220;Spinoza war nicht christlicher als ich, jedenfalls glaubte er an keinen transzendenten Gott. Ihn wie mich hindert dies nicht daran, in Jesus einen Lehrer erster Güte zu sehen. Für mich war Jesus kein Gott&#8221;, [also auch kein dritter Teil von einem solchen und auch] &#8220;nicht der Sohn Gottes&#8221;. Klammerinhalt von mir.</p>
<p>Jesus war für Spinoza &#8220;der größte Philosoph&#8221;. Jesus wußte am besten zu sagen, &#8220;was an ethischen Dingen das Wichtigste sei.&#8221; Dass &#8220;Gerechtigkeit und Barmherzigkeit&#8221; das ganze Gesetz sind, dass es keine andere Weisheit gibt, als zu lieben, und keine andere Tugend für einen freien Geist, als &#8220;[humanistisch] gut zu handeln und fröhlich zu sein&#8221;. [  ] wie oben und nachfolgend. </p>
<p>Spinoza nennt das &#8220;Geist Christi&#8221; [vergl. das oft von Frau R. Lapide unterschlagene Jesuswort in Matth. 5, 20]. &#8220;Kann man diese Botschaft Jesu etwa überhören, bloß weil man Atheist ist? [Ich selbst unterscheide deswegen zwischen Atheist und A-Theist = Nontheist. </p>
<p>Letztere weisen personale Gottesbilder von sich, sind aber christlichen Bekenntnisses im Sinne der Botschaft Jesu. A-Theisten sind Apologeten der frohen Botschaft Jesu. Aber nur in diesem engeren Verständnis bezeichne ich mich als Christ, obgleich Jesus mit der paulinischen Christologie gar nichts am Hute hatte. Schließlich war er lange tot, als Paulus auftrat.]</p>
<p>b) Auch Kant als gläubiger Philosoph landet in seiner &#8220;Kritik der reinen Vernunft&#8221; bei den drei Fragen:</p>
<p>Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen?</p>
<p>Er stellt also das Wissen (den Verstand) neben die Moral und macht diese nebst der Zukunftshoffnung nicht von einer Religion abhängig. Er kehrt es sogar um und sagt in seiner Kritik der praktischen Vernunft: Religion ist nicht das Fundament der Moral, sondern die Moral ist das Fundnament der Religion. </p>
<p>Religion, so präzisiert Kant, sei die Erkenntnis aller Pflichten als göttlich zu bezeichnender Gebote. Und diese Erkenntnis ist nichts anderes als das Bekenntnis zu den Werten, die geschichtlich im Abendland als ehern erwachsen waren. Ja, waren! </p>
<p>Das gemeinsame Bekenntnis zu den Werten wie Gerechtigkiet und Barmherzigkeit, Güte und Achtsamkeit und tauserderlei mehr, die unsere Gesellschaften im Abendland lange prägten und heute unterzugehen scheinen, ein Bekenntnis, das übernational, fern jeden Rassisimusses ist, ist für mich auch heute noch die Grundlage dafür, dass ich christlich im Sinne der jesuanischen Philosophie bleiben möchte.</p>
<p>Die Moderne sieht das inzwischen anders (Stichwort: Neoliberalismus und Mammonglaube).</p>
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		<title>Von: Adelinde</title>
		<link>http://www.adelinde.net/1291/schiller-worter-schiller-worte/comment-page-1/#comment-4441</link>
		<dc:creator>Adelinde</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 21:56:24 +0000</pubDate>
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		<description>Nach dieser Erklärung der Begriffe kann ich mich mit ihnen identifizieren. Ihre Inhalte treffen auf mich zu. Das hattest Du also völlig richtig vermutet. Danke, Mithus.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dieser Erklärung der Begriffe kann ich mich mit ihnen identifizieren. Ihre Inhalte treffen auf mich zu. Das hattest Du also völlig richtig vermutet. Danke, Mithus.</p>
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		<title>Von: Mithus</title>
		<link>http://www.adelinde.net/1291/schiller-worter-schiller-worte/comment-page-1/#comment-4440</link>
		<dc:creator>Mithus</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 18:44:43 +0000</pubDate>
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		<description>Liebe Adelinde,

um die Klärung der Begriffe herbeizuführen, empfehle ich ja gerade die Lektüre von Andrè Comte-Sponville, der das für jedermann leicht verständlich auf den Punkt bringt. Eine Rezension über das Buch möchte ich aber selbst nicht schreiben, weil mir dazu die Zeit fehlt.

Falls ich mit meiner Vermutung &quot;Atheistin&quot; falsch liege, also annahm, dass Du den traditionellen kirchlichen Gott oder jenen der montheistischen Religionen schlechthin ablehnst, also ihn nicht zum Glauben benötigst, bitte ich um Entschuldigung. Meine bisherigen Eindrücke haben mich dazu veranlasst, diese Annahme zu treffen. Zuletzt auch das angesprochene Schillerzitat, das in diese Richtung geht (Stichwort: Religionsfeindlichkeit).

Unter Atheisten verstehe ich persönlich Menschen, die den Mut haben, ohne Glauben an eine transzendente Macht ihr Leben gestalten zu wollen und sich damit abzufinden. Sie wollen sich somit die Freiheit vor der Vereinnahmung durch Kirchen und Ideologien (= oft Ersatzreligion) erhalten. Auch gehört dazu das Streben nach Individualität, die sich von Gleichmacherei abgrenzt. Ein Atheist folgt nicht der Horde, die andere geradezu nötig haben.

Unter Mystik verstehe ich die spirituelle Schau auf eine nicht erklärbare göttliche Ganzheit der Schöpfung, die sich der rationalen Erklärung entzieht. Mystik lebt wesentlich von inneren Erfahrungen, die letztlich kaum kommunizierbar sind.

Um über Religion, Mystik, Dogmatik, personales Gottesbild usw. allgemein zu sprechen wäre es zweckmäßig, mit einem ganz neuen Thema bei Adelinde aufzuwarten. Hier im Kontext mit Schiller war für mich die Brücke nur aufgrund des Religionszitates gegeben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Adelinde,</p>
<p>um die Klärung der Begriffe herbeizuführen, empfehle ich ja gerade die Lektüre von Andrè Comte-Sponville, der das für jedermann leicht verständlich auf den Punkt bringt. Eine Rezension über das Buch möchte ich aber selbst nicht schreiben, weil mir dazu die Zeit fehlt.</p>
<p>Falls ich mit meiner Vermutung &#8220;Atheistin&#8221; falsch liege, also annahm, dass Du den traditionellen kirchlichen Gott oder jenen der montheistischen Religionen schlechthin ablehnst, also ihn nicht zum Glauben benötigst, bitte ich um Entschuldigung. Meine bisherigen Eindrücke haben mich dazu veranlasst, diese Annahme zu treffen. Zuletzt auch das angesprochene Schillerzitat, das in diese Richtung geht (Stichwort: Religionsfeindlichkeit).</p>
<p>Unter Atheisten verstehe ich persönlich Menschen, die den Mut haben, ohne Glauben an eine transzendente Macht ihr Leben gestalten zu wollen und sich damit abzufinden. Sie wollen sich somit die Freiheit vor der Vereinnahmung durch Kirchen und Ideologien (= oft Ersatzreligion) erhalten. Auch gehört dazu das Streben nach Individualität, die sich von Gleichmacherei abgrenzt. Ein Atheist folgt nicht der Horde, die andere geradezu nötig haben.</p>
<p>Unter Mystik verstehe ich die spirituelle Schau auf eine nicht erklärbare göttliche Ganzheit der Schöpfung, die sich der rationalen Erklärung entzieht. Mystik lebt wesentlich von inneren Erfahrungen, die letztlich kaum kommunizierbar sind.</p>
<p>Um über Religion, Mystik, Dogmatik, personales Gottesbild usw. allgemein zu sprechen wäre es zweckmäßig, mit einem ganz neuen Thema bei Adelinde aufzuwarten. Hier im Kontext mit Schiller war für mich die Brücke nur aufgrund des Religionszitates gegeben.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Adelinde</title>
		<link>http://www.adelinde.net/1291/schiller-worter-schiller-worte/comment-page-1/#comment-4437</link>
		<dc:creator>Adelinde</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 12:32:19 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Mithus,

die Bezeichnung &quot;Atheistin&quot; für mich könnte falsche Vorstellungen über meine Lebenseinstellung hervorrufen. Es wäre m. E. ratsam, die Begriffe &lt;ul&gt;

	&lt;li&gt;Atheist(in) und&lt;/li&gt; 
	&lt;li&gt;Mystik&lt;/li&gt; &lt;/ul&gt;


zu klären, damit keine Mißverständnisse entstehen bzw. darüber sachgerecht diskutiert werden könnte.

Vielen Dank für Deine obige Stellungnahme! Adelinde</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Mithus,</p>
<p>die Bezeichnung &#8220;Atheistin&#8221; für mich könnte falsche Vorstellungen über meine Lebenseinstellung hervorrufen. Es wäre m. E. ratsam, die Begriffe
<ul>
<li>Atheist(in) und</li>
<li>Mystik</li>
</ul>
<p>zu klären, damit keine Mißverständnisse entstehen bzw. darüber sachgerecht diskutiert werden könnte.</p>
<p>Vielen Dank für Deine obige Stellungnahme! Adelinde</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Adelinde</title>
		<link>http://www.adelinde.net/1291/schiller-worter-schiller-worte/comment-page-1/#comment-4436</link>
		<dc:creator>Adelinde</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 08:57:44 +0000</pubDate>
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		<description>Danke. Ich habe das Wort aus der Wörter-Sammlung herausgenommen. Der Irrtum geht allein auf mein Konto. Adelinde</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke. Ich habe das Wort aus der Wörter-Sammlung herausgenommen. Der Irrtum geht allein auf mein Konto. Adelinde</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Fritz Köhncke</title>
		<link>http://www.adelinde.net/1291/schiller-worter-schiller-worte/comment-page-1/#comment-4435</link>
		<dc:creator>Fritz Köhncke</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 18:24:20 +0000</pubDate>
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		<description>Ich habe die anderen Beispiele nicht nachgeprüft, aber &quot;Augenblick&quot; als zusammengesetztes Substantiv ist nicht von Schiller. 

Schon im Mittelhochdeutschen wird es als &quot;ougenblic&quot; von Walter von der Vogelweide genutzt, und im 14. Jh. steht  in Wackernagels &quot;Altdeutschen Predigten&quot; &quot;in eime ougonblicke&quot;. Dänisch:&quot;öjeblik&quot;, schwedisch: &quot;ögonblick&quot;. Es ist also germanischen, wenn nicht gar indogermanischen Ursprungs.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe die anderen Beispiele nicht nachgeprüft, aber &#8220;Augenblick&#8221; als zusammengesetztes Substantiv ist nicht von Schiller. </p>
<p>Schon im Mittelhochdeutschen wird es als &#8220;ougenblic&#8221; von Walter von der Vogelweide genutzt, und im 14. Jh. steht  in Wackernagels &#8220;Altdeutschen Predigten&#8221; &#8220;in eime ougonblicke&#8221;. Dänisch:&#8221;öjeblik&#8221;, schwedisch: &#8220;ögonblick&#8221;. Es ist also germanischen, wenn nicht gar indogermanischen Ursprungs.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Mithus</title>
		<link>http://www.adelinde.net/1291/schiller-worter-schiller-worte/comment-page-1/#comment-4434</link>
		<dc:creator>Mithus</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 17:42:57 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Welche Religion ich bekenne? Keine von allen, die du mir nennst! – Und warum keine? – Aus Religion.&quot;

Die Antwort: aus &quot;Religion&quot; setzt die Akzeptanz eines &quot;göttlichen Prinzips&quot;, eines &quot;göttlichen Ursprungs&quot; voraus. Nur ist die Deutungshoheit der christlichen Kirchen oder sonstiger auf menschlich begrenzter Vernunftsbasis begründeter Religionslehren keine göttliche Einrichtung. Von daher hat Schiller vollkommen recht.

Offensichtlich verfügt Schiller über eine eigenständige, wohl mystisch zu nennende Religionsausffassung, die wir hier leider nicht eindeutig erfahren. Man könnte sie wohl aus seinen Werken herleiten: Freiheit, ein Menschenrecht mit Rücksichtspflichten? Humanismus? Atheistische Ethik? Vieles wäre wohl vorstellbar.

In diesem Zusammenhang bin ich gerade auf den in Frankreich sehr populären Philosophen Comte-Sponville gestoßen. Ein konsequenter Atheist und dennoch durch und durch Mystiker. Sein Buch: &quot;Woran glaubt der Atheist&quot; kann ich nur wärmstens empfehlen. Es trifft den Nerv der Zeit (Aufklärung, Dogmatismuskritik an den Kirchen, Obskurantismus, Fundamentalismus usw.) und öffnet all jenen, die nicht glauben möchten oder können, neue Wege. 

Comte-Sponville schreibt in seinem Vorwort: Warum sollten sich Atheisten weniger für das spirituelle Leben interessieren? Ich dachte, das wäre etwas für Adelinde als bekennende Atheistin? Von dem Autor gibt es auch noch den Bestseller: &quot;Ermutigung zum unzeitgemäßen Leben&quot;. 

Ich selbst hänge auch der non-theistischen Mystik an, bediene mich dabei aber durchaus auch der jesuanischen Vernunft seiner Lehre/Botschaft. Die christlichen Kirchen folgen lieber dem Ap. Paulus, der Jesus im Kern nicht verstanden hat, soweit es nicht nur um moralische Grundsätze geht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Welche Religion ich bekenne? Keine von allen, die du mir nennst! – Und warum keine? – Aus Religion.&#8221;</p>
<p>Die Antwort: aus &#8220;Religion&#8221; setzt die Akzeptanz eines &#8220;göttlichen Prinzips&#8221;, eines &#8220;göttlichen Ursprungs&#8221; voraus. Nur ist die Deutungshoheit der christlichen Kirchen oder sonstiger auf menschlich begrenzter Vernunftsbasis begründeter Religionslehren keine göttliche Einrichtung. Von daher hat Schiller vollkommen recht.</p>
<p>Offensichtlich verfügt Schiller über eine eigenständige, wohl mystisch zu nennende Religionsausffassung, die wir hier leider nicht eindeutig erfahren. Man könnte sie wohl aus seinen Werken herleiten: Freiheit, ein Menschenrecht mit Rücksichtspflichten? Humanismus? Atheistische Ethik? Vieles wäre wohl vorstellbar.</p>
<p>In diesem Zusammenhang bin ich gerade auf den in Frankreich sehr populären Philosophen Comte-Sponville gestoßen. Ein konsequenter Atheist und dennoch durch und durch Mystiker. Sein Buch: &#8220;Woran glaubt der Atheist&#8221; kann ich nur wärmstens empfehlen. Es trifft den Nerv der Zeit (Aufklärung, Dogmatismuskritik an den Kirchen, Obskurantismus, Fundamentalismus usw.) und öffnet all jenen, die nicht glauben möchten oder können, neue Wege. </p>
<p>Comte-Sponville schreibt in seinem Vorwort: Warum sollten sich Atheisten weniger für das spirituelle Leben interessieren? Ich dachte, das wäre etwas für Adelinde als bekennende Atheistin? Von dem Autor gibt es auch noch den Bestseller: &#8220;Ermutigung zum unzeitgemäßen Leben&#8221;. </p>
<p>Ich selbst hänge auch der non-theistischen Mystik an, bediene mich dabei aber durchaus auch der jesuanischen Vernunft seiner Lehre/Botschaft. Die christlichen Kirchen folgen lieber dem Ap. Paulus, der Jesus im Kern nicht verstanden hat, soweit es nicht nur um moralische Grundsätze geht.</p>
]]></content:encoded>
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